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Deutschland

Musikfestival "Rock am Ring" nach zweitem Tag vorzeitig abgebrochen

Nach einigen Stunden Gewitterpause ging es am Samstag beim Musikfestival "Rock am Ring" in der Eifel erst einmal weiter. Angesichts der düsteren Wetterprognosen für Sonntag wurde der dritte Festivaltag aber gestrichen.

Gegen 21 Uhr am Samstagabend kam die erhoffte Nachricht. "Nach Aussagen unseres Meteorologen vor Ort wird es in der Nacht nicht mehr zu Gewittern kommen, Schauer bleiben möglich", so der Veranstalter auf seiner Facebookseite. Am Abend gab es noch einmal ein Konzert auf zwei Bühnen. Dabei jubelten Zehntausende von Rockfans der kalifornischen Band Red Hot Chili Peppers, der kanadischen Band Billy Talent und der Berliner Band The BossHoss zu. Das war dann aber auch das Ende für die diesjährige Auflage von "Rock am Ring".

Wegen einer weiteren Unwetterwarnung für Sonntag entzog die Verbandsgemeinde Mendig die Genehmigung für die Fortsetzung des Open-Air-Festivals, wie eine Sprecherin des Veranstalters mitteilte. "In Verantwortung für das Wohlergehen der Fans akzeptieren die Veranstalter diese Entscheidung", hieß es weiter. Die Festivalbesucher wurden "aufgrund der Gefahrenlage" gebeten, die Heimreise bis spätestens Sonntagmittag 12 Uhr anzutreten.

Menschen hinter einer Absperrung (Foto: Imago)

Besucher warten darauf, wieder aufs Gelände zu dürfen.

Seit dem Samstagnachmittag hatten rund 90.000 Musikfans ausgeharrt und gehofft, dass es mit den Konzerten weitergeht. Wie schon am Tag zuvor, zogen immer wieder Unwetter über das Festivalgelände in Mendig in Rheinland-Pfalz. Wiederholt hatten die Veranstalter die Festivalgänger angewiesen, sich in ihre Zelte und Autos zurückzuziehen. Während eines heftigen Gewitters mit Starkregen über Mendig fiel kurzzeitig die Stromversorgung aus.

Schon am Freitag war auf dem Flugplatzgelände, wo sich die Bühnen befinden, mehrfach der Blitz eingeschlagen. Nach Polizeiangaben mussten mehr als 70 Besucher verletzt in Krankenhäuser gebracht werden. Eine zwischenzeitlich kursierende Zahl von bis zu 82 Verletzten sei wegen Doppelerfassungen nicht korrekt. Acht Menschen seien schwer verletzt. Die meisten Betroffenen konnten inzwischen wieder entlassen werden.

Ein Blitz schlägt ein (Foto: Imago)

Am frühen Samstagabend schlug ein Blitz am Festivalgelände in Mendig ein

Blitze sind lebensgefährlich

Bei einem Blitzeinschlag ist es bis in etwa 30 Meter Entfernung gefährlich. Sind viele Menschen in der Nähe, kann es auf einen Schlag, wie bei dem Festival in der Eifel, Dutzende Verletzte geben. Der Einschlag kann so heftig sein, dass Menschen meterweit durch die Luft geworfen werden. Dies geschah bei einem Musikfestival in Sachsen 2012. Damals wurden 51 Besucher verletzt

Das parallel stattfindende Festival "Rock im Park" in Nürnberg wurde am Abend ebenfalls von starkem Regen getroffen, das Zentrum des Gewitters zog jedoch vorbei. Auf Infotafeln hatte der Veranstalter über eine Unwetterwarnung für Nürnberg informiert.

Auch in anderen Teilen Deutschlands sorgten Unwetter für Chaos. Im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd löste ein Erdrutsch einen Großeinsatz der Rettungskräfte aus. Nach Polizeiangaben mussten 23 Menschen in Sicherheit gebracht werden, als ein Hang nach heftigen Regenfällen ins Rutschen geraten war. Insgesamt seien sechs Häuser gefährdet gewesen. Inzwischen konnten die Bewohner in ihre Häuser zurückkehren.

ust/qu (dpa, afp, mz-web.de, Facebook)

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