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Musik

Musikfestival in ehemaligem Kriegsgefangenenlager eröffnet

Jedes Jahr wird in einem ehemaligen NS-Lager in Polen, in dem einst der Komponist Olivier Messiaen einsaß, sein "Quartett für das Ende der Zeit" aufgeführt. Jetzt soll sich die Veranstaltung als Festival etablieren.

Mit einem Konzert mit Werken von Olivier Messiaen (1908– 992) sind am Freitag (13.01.2017) die "Internationalen Messiaen Tage" auf dem Gelände des ehemaligen NS-Kriegsgefangenenlagers im polnischen Zgorzelec (Foto) eröffnet worden. Bis zum Sonntag stehen die Aufführungen von höchst unterschiedlichen Werken des französischen Komponisten auf dem Festival-Programm. Der Ort ist mit Bedacht gewählt.

"Musik als Überlebensmittel" 

Der am 10. Dezember 1908 in Avignon geborene Komponist verbrachte fast neun Monate in diesem Gefangenenlager im damaligen Görlitzer Stadtteil Moys. In Paris hatte er Musik und Komposition studiert. Zu Beginn des Krieges wurde er als Soldat eingezogen und geriet schon 1940 in Gefangenschaft. In der Zeit im Lager stellte er auch sein "Quartett für das Ende der Zeit" fertig und brachte es zusammen mit anderen Lagerinsassen am 15. Februar 1941 zur Uraufführung. Für Messiaen war Musik ein Überlebensmittel, um die Gräuel des Krieges zumindest zeitweise auszublenden. Nach dem Krieg wurde er zu einem der bedeutendsten französischen Komponisten.

Festival in der "Europastadt" Zgorzelec-Görltz soll regelmäßig stattfinden

Komponist Olivier Messiaen (picture-alliance/akg-images/H. Maack)

Strenge Komposition: Messiaen war auch Organist

Das Musikfestival solle als regelmäßige Veranstaltung in Zgorzelec und dem benachbarten sächsischen Görltz etabliert werden, teilte der Trägerverein "Meetingpoint Music Messiaen" mit. Im Gedenken an den 1992 gestorbenen Komponisten wird das "Quartett für das Ende der Zeit" seit 2006 jeweils am 15. Januar aufgeführt.

2015 wurde auf dem früheren Lagergelände eine europäische Begegnungsstätte eröffnet. Sie ist als Treffpunkt vor allem für junge Menschen und Musikbegeisterte aus allen Ländern rund um den Globus gedacht. Auch dieses Kulturzentrum ist nach Olivier Messiaen benannt.

hm/suc (dpa/epd)

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