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Deutschland

Musikalischer Karnevalsnachwuchs: "Kölsche Bengels"

Die "Kölsche Bengels" sind die jüngste Nachwuchs-Band im Kölner Karneval. Mehrere Auftritte am Abend und Zeitdruck sind für die jungen Männer in der Karnevalszeit an der Tagesordnung. Andere feiern, sie haben Stress.

Drei der fünf 'Kölsche Bengels' (Foto: Conny Raupold)

Es ist wieder Karnevalszeit in Deutschland. Je nach Region heissen die tollen Tage auch "Fastnacht" oder "Fasching". Vielerorts gehören Karnevalssitzungen zu den Bräuchen in dieser Zeit. Bands, Tanzgruppen und Redner touren durch die großen Veranstaltungssäle in den Karnevalshochburgen und bringen das Publikum in Stimmung. Unter ihnen die "Kölsche Bengels", die jüngste Band im Kölner Karneval. Für sie sind die Abende in der "fünften Jahreszeit" harte Arbeit.

Vor dem Erfolg steht die Porbe: Die 'Kölsche Bengels' (Foto: Conny Raupold)

Ohne Probe kein Erfolg


19 Uhr: Alexander, Simon, Christian, Fabian und Marius - alle Mitte 20 - starten in einen langen Abend. Mehrere Auftritte liegen vor ihnen. Im Kleinbus geht es vom Stammquartier der Band etwas außerhalb von Köln zum ersten Veranstaltungsort - zusammen mit einem separaten Technik-Bus und vier Technikern. Seit drei Jahren ist die Band im Karnevals-Geschäft, wird immer öfter auch für große Sitzungen gebucht. Alle fünf Jungs machen professionell Musik und leben davon - auch außerhalb der Karnevalszeit. Im Moment ist es aber am stressigsten.

Karneval pur: Die 'Kölsche Bengels' (Foto: Conny Raupold)

Das Publikum geht mit

Der Auftritts-Marathon beginnt in einem bekannten Kölner Hotel: 1.500 Gäste sind im Saal, alle bunt verkleidet. Die Stimmung ist gut, die Leute feiern mit. Zehn Minuten auf der Bühne, dann ist Schluss. Die nächste Band wartet schon. "Zeitdruck ist immer mit dabei", sagen die Bandmitglieder. Instrumente und Technik werden schnell abgebaut und im Bus verstaut. Es geht direkt in das 30 Kilometer entfernt gelegene Zons. Hier wartet ein Festzeltpublikum, das "bespaßt" werden will.

Manchmal ist der Saal klein (Foto: Conny Raupold)

Auch wenn der Saal klein ist - Auftritt ist Auftritt


Mit etwa 200 Besuchern ist die Party klein. Die Band ist enttäuscht, als sie das Zelt betritt, zieht aber professionell das Programm durch. Und stellt fest: auch bei einer kleinen Anzahl an Karnevalisten kommt Stimmung auf. Zwei Zugaben fordern die Festzelt-Besucher, die "Bengels" geben sie gerne. "So viel Zeit muss sein", sagt der Sänger. "Hier ist das Programm nicht so straff durchgeplant, da kann man auch mal etwas länger spielen. Das macht Spaß." Aber ein Endlos-Auftritt ist auch hier nicht drin, schließlich ist der Arbeitstag für die Karnevalsband noch nicht vorbei.

Aufregung vor dem großen Auftritt

Großes Finale des Abends: Zum ersten Mal spielt die Band bei der "Lachenden Kölnarena", bei einer der größten Karnevalsveranstaltungen der Region also. 23 Uhr: Im Bus mischen sich Müdigkeit und Aufregung vor dem großen Auftritt. Ankunft in der Kölnarena: schon der Backstage-Bereich sieht hier ganz anders aus, als die Band es von kleineren Veranstaltungssälen gewohnt ist. Die "Kölsche Bengels" haben ihre eigene Garderobe mit TV, mit schwarzem Ledersofa, Dusche und WC. Im Backstage-Bereich der Arena haben sich schon Stars wie Pink, Prince oder Paul McCartney auf ihren Auftritt vorbereitet. Auch Catering gibt es hier in einem Aufenthaltsraum für die Künstler.

Die 'Kölsche Bengels' auf der Bühne (Foto: Conny Raupold)

Für ein Süppchen und einen Kaffee ist noch Zeit vor dem Auftritt. Dann wird es unruhig. Die vorherige Band spielt den letzten Song, die "Bengels" müssen hinter die Bühne, mitsamt ihren Technikern. Bei der großen Veranstaltung ist das Programm minutiös geplant, die Technik muss so schnell wie möglich auf der Bühne aufgebaut werden. Jede Sekunde, die die Crew länger zum Aufbau braucht, geht von der Auftrittszeit ab. Etwa eine Minute, dann ist das gesamte Equipment der Band auf der Bühne, es geht los:

Premiere für die Newcomer bei der "Lachenden Kölnarena". 10.000 Menschen schunkeln und singen mit, feiern zur kölschen Party-Musik der "Bengels". Von Müdigkeit ist zu diesem Zeitpunkt bei der Band nichts mehr zu spüren - zu viel Adrenalin ist im Spiel. Sie wollen am liebsten gar nicht mehr von der Bühne runter. Aber auch hier ist der Zeitplan eng, nach ein paar Minuten ist alles vorbei. Die fünf Jungs packen ihre Sachen - glücklich über den gelungenen Auftritt, aber auch geschafft. Der Tag ist für sie zu Ende. Am nächsten Tag geht es weiter mit Auftritten und vielen Menschen, die zur Musik der jungen Nachwuchs-Band feiern wollen. Kein Job für Stressanfällige!



Autor: Conny Raupold
Redaktion: Hartmut Lüning