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Musik

Musik und Politik: Acht Brücken-Festival Köln

Das Festival "Acht Brücken Musik für Köln" verhandelt in seiner fünften Ausgabe eine brandaktuelle Frage: Was haben Musik und Politik miteinander zu tun?

"Die Ereignisse jüngster Zeit haben die Programmveranstalter fast überholt," sagte Susanne Laugwitz-Aulbach, Kulturdezernentin der Stadt Köln am Freitag (16.01.2015) in der Domstadt. Gemeint war das Motto des diesjährigen Festivals: "Musik. Politik?", das der Frage nachgeht, ob Musik politisch sein kann.

In einer Zeit, in der Kunst und Kultur jeder Art plötzlich an politischer Bedeutung und Brisanz gewinnt, hat das Acht Brücken-Festival zehn zeitgenössische Komponisten beauftragt, Hymnen fiktiver Länder zu schreiben.

Insgesamt 23 Uraufführungen wird das Festival Anfang Mai im Rahmen eines betont heterogenen Programms vorstellen. Vertreten ist die Avantgarde des 20. Jahrhunderts mit Portrait-Konzerten der Komponisten Luciano Berio oder Luigi Nono. Hinzu kommen Werke der DDR-Komponisten Paul Dessau oder Hanns Eisler. Ein besonderer Programmschwerpunkt wird Louis Andriessen gewidmet, einem niederländischen Komponisten, der Zeit seines Lebens Musik und Politik in einem Spannungsfeld gesetzt hat.

Festival Achtbrücken Musik für Köln Louis Andriessen

Louis Andriessen wird mit gleich zwei Portraitkonzerten und vierzehn Aufführungen seiner Werke geehrt.

Zum Festival kommen zwei Orchester von Weltrang: das New York Philharmonic Orchestra und die Wiener Philharmoniker. Ein besonderes Merkmal von "Acht Brücken" sind die ungewöhnlichen Spielstätten in der Stadt Köln: So wird in der Lagerstätte für mobile Hochwasserschutzelemente Hans Werner Henzes Komposition "El Cimarrón" aufgeführt.

Zu den ausgefalleneren Programmideen gehört "urbo kune", eine 25-Stunden-Veranstaltung in und um die Kölner Philharmonie, in der eine fiktive europäische Stadt aus Musik, Kunst, Wissenschaft, Film und Literatur gebaut werden soll. Publikumsmagnete sind der "Acht Brücken-Lunch" mit kostenloser Beköstigung und Diskussionen mit Künstlern sowie "Open-End"-Jamsessions nachts im Zelt. Ein Pass zu sämtlichen Konzerten wird zum Preis von 105 Euro angeboten.

Dass Festivalleiter Louwrens Langevoort den Begriff "Neue Musik" eher grenzüberschreitend sieht, wird auch in der Zusammenarbeit mit dem Kölner Musikfestival c/o pop dokumentiert, das drei Konzerte im Rahmen der diesjährigen "Acht Brücken – Musik für Köln" vorsieht. Workshops, Filmvorführungen, Vorträge und Diskussionen runden das Programm ab.

rf/so