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Kultur

Musik-Marathon vereint die Nationen

Mehr als eine Million Musikfreaks haben sich am Marathon der Live-8-Konzerte rund um den Globus beteiligt und so von Tokio über Berlin und London bis nach Philadelphia ein Zeichen für den Kampf gegen die Armut gesetzt.

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Die meisten Besucher kamen in Philadelphia

Zu den größten Konzerten gehörte die Veranstaltung in Philadelphia mit mehreren hunderttausend Besuchern. Auf dem Programm standen unter anderem Bon Jovi, Stevie Wonder und Destiny's Child. Lokalmatador Will Smith ließ die gewaltige Menge in Philadelphia alle drei Sekunden mit den Fingern schnippen - in diesem Takt stirbt in Afrika ein Kind. Tag für Tag. Dann ging er nahtlos zu seinen Rap-Hits über - Live 8 war eben auch eine Spaßveranstaltung.

Live 8 Hyde Park London Musiker Youssou N'Dour aus Senegal and Dido

Youssou N'Dour und Dido im Londoner Hyde Park

Die Zentrale im Londoner Hyde-Park rief zu Solidarität und Party mit riesigem Widerhall in Berlin, Versailles, Rom, Moskau und eben Philadelphia. Und immer noch laut und deutlich in Barrie/Kanada, Johannesburg und Cornwall, wo Weltmusikförderer Peter Gabriel die besten afrikanischen Musiker versammelte. Im Londoner Hyde Park verfolgten 150.000 begeisterte Fans die Auftritte unter anderem von U2, Elton John und Madonna. In Berlin bejubelten rund 150.000 Menschen die Auftritte der Punk-Band Tote Hosen und der Gruppe Wir sind Helden.

Mandela: "Übt Druck aus!"

Live 8 Hyde Park London Musiker Bob Geldof, links, und Paul Mc Cartney

Bob Geldof und Paul Mc Cartney

Die Zahl der Konzertbesucher wurde auf insgesamt knapp zwei Millionen geschätzt. Nach Angaben von Organisator Bob Geldof wurden die Live-8-Konzerte weltweit außerdem von drei Milliarden Fernsehzuschauern verfolgt. Der US-Onlineanbieter AOL, der alle zehn Konzerte zeitgleich im Internet übertrug, meldete mehr als fünf Millionen Besucher. Mehr als 150.000 Internetsurfer hätten sich über einen längeren Zeitraum die Livestreams angesehen - ein Rekord.

Will Smith und Nelson Mandela

Umjubelt: Will Smith (Philadelphia) und Nelson Mandela (Johannesburg)

Die potenzielle Kraft der weltumspannenden Popkultur wurde von UN-Generalsekretär Kofi Annan geradezu enthusiastisch gewürdigt: "Das sind wirklich die Vereinten Nationen. Die ganze Welt ist in Solidarität mit den Armen zusammengekommen." Nelson Mandela nutzte das Millionenpublikum, um einen immensen moralischen Druck auf die Führer der acht reichsten Industrieländer auszuüben, die sich ab Mittwoch (6.7.) in Schottland zum G-8-Gipfel treffen. "Die Geschichte und die kommenden Generationen werden unsere Führer nach den Entscheidungen beurteilen, die in den kommenden Wochen getroffen werden", sagte der Friedensnobelpreisträger.

Live 8 in Moskau

Premiere: Live 8 auch in Moskau

Menschenkette in Edinburgh

Anders als vor 20 Jahren, dem von Geldof für Afrika veranstalteten Live Aid, ging es den Veranstaltern nicht um Spenden. "Wir wollen nicht euer Geld", verkündeten Transparente auf der Bühne im Londoner Hyde-Park. "Wir wollen euch." U2-Sänger Bono, neben Geldof die treibende Kraft von Live 8, fasste die Magie der weltweiten Verbundenheit durch die Pop-Musik in einfache Worte: "Das ist unser Augenblick. Das ist unsere Zeit. Das ist unsere Chance für das einzutreten, was richtig ist." Und konkret: "Geht in Edinburgh und überall sonst auf die Straße. Acht der mächtigsten Männer der Welt treffen sich in Gleneagles in Schottland. Wir haben eine Botschaft an sie. Das ist auch euer Moment. Macht Geschichte, indem ihr Armut Geschichte werden lässt."

Edinburgh Protestmarsch G8 Gipfel

Menschenkette gegen Armut in Edinburgh

Eine Botschaft, die gehört wurde: Vier Tage vor dem G8-Gipfel im schottischen Gleneagles haben 225.000 Demonstranten in Edinburgh eine Menschenkette gebildet und die Staats- und Regierungschefs der reichen Länder zur Überwindung von Hunger und Armut in Afrika aufgerufen. Rund um das Schloss Edinburgh war alles in Weiß getaucht - die Farbe der Anti-Armutskampagne. (wga)

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