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Kultur

Musik für unterwegs

Verkauft wird Musik schon längst nicht mehr nur auf klassischen Tonträgern. Neben digitalen Angeboten drängen nun immer mehr mobile Angebote auf den Markt.

Quelle: AP

Bisher kaum genutzt - jetzt der Markt der Zukunft? Die Musikfunktion im Handy

Bisher wurden Musikangebote über Handy kaum genutzt, obwohl 40 Prozent aller umlaufenden Mobiltelefone dafür ausgerüstet sind. In der Musikindustrie machte man in der Vergangenheit ohnehin höchstens mit nervigen Klingeltönen großes Geschäft. Das möchte die Branche jetzt ändern. "Everything is possible in mobile" proklamierte Ralf Simon vom Mobile Entertainment Forum am Freitag (21.9.2007) beim Popkomm-Kongress in Berlin.

Musik zum Kaffee

Die Initialzündung ging wohl von Apples iPhone aus: Nachdem Steve Jobs sein vermeintliches Superhandy vorstellte, begann weltweit ein Wettlauf um die Vergabe der Zuschläge. Das Gerät ist eine Art MP3-Player mit Handyfunktion und hat den Markt bereits vor seinem Erscheinen revolutioniert. Die Mobilfunkanbieter, die das iPhone nicht exklusiv vertreiben dürfen, möchten nämlich auch ein Stück vom Kuchen abhaben.

Sturbucks Café

Musikdownload beim Kaffee: Vielleicht bald auch in Deutschland möglich

Apple kooperiert in den USA mit der Kaffeehauskette Starbucks. Geht der Besitzer eines iPhones in ein teilnehmendes Café, sieht er sofort, welche Musik dort gerade gespielt wird – und kann sich den Song direkt herunterladen. Auch in Deutschland, wo das iPhone Anfang Oktober auf den Markt kommt, ist ein ähnliches Konzept geplant.

Musik, wo und wann du willst

Der Mobilfunkanbieter Vodafone legte in Großbritannien mit der Musikplattform Omnifone nach: Für umgerechnet drei Euro in der Woche soll man sich unbegrenzt Musik aufs Handy laden können. Im Gegensatz zum iPhone wird die Musik jedoch über das überall verfügbare Handynetz und nicht über W-Lan geladen. Zudem sei der Nutzer "nur an den Anbieter, nicht aber an ein bestimmtes Telefon gebunden", sagte Omnifone-Chef Rob Lewis.

Eine norwegische Mobilfunkfirma möchte den Konsumenten nichts vorschreiben und setzt unter dem Motto "Music, where you are and when you want it" gewinnbringend auf Eigeninitiative. Durch Promotion auf Musikfestivals macht sie auf ihren mobilen Service aufmerksam: Wer an einer Band Gefallen findet, muss lediglich eine SMS schreiben. Die Antwort beinhaltet ein Bild des Künstlers und Links zum direkten Download der Musik.

Grund zur Hoffnung

Steve Jobs, Quelle: AP

Schuld am Optimismus: Steve Jobs

Mobile Erfolgsgeschichten gibt es bereits. So erwarb der französische Mobilfunkanbieter France Telecom im Sommer 2005 für eine Woche die Exklusivrechte an dem Madonna-Song "Hung up". Ausschließlich über Handy und Internet konnte der Hit erworben werden. Er wurde dank der neuen Marketingstrategie innerhalb kürzester Zeit so beliebt, dass sogar die Radiostationen die mobile Kurzversion spielten.

Viele Fachleute sind sich sicher, dass der Hype um den mobilen Markt kein Schuss in den Ofen wird. Ironischerweise sei der neue Optimismus Steve Jobs und seinem iPhone zu verdanken, sagt Rob Lewis. Endlich sei den Anbietern klar geworden, dass Musik auf dem Handy kein optionales Extra mehr sein dürfe. In Großbritannien wollte jede Mobilfunkfirma den Zuschlag für das iPhone haben. Und jetzt suchten alle erfolgreich nach Alternativen. Da sei großes Potenzial, meint Lewis: "Mobile Musik könnte größer werden als CDs es jemals waren."

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