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Aktuell Welt

Mursi will Palästinenser einen

Die rivalisierenden Palästinensergruppen Fatah und Hamas bemühen sich auf Druck Ägyptens wieder um eine Annäherung. Doch wie sieht es hinter den Kulissen tatsächlich aus?

Ein Palästinenser schwenkt die Nationalflagge (Foto: AFP/Getty Images)

Palästina Flagge Fahne

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi bemüht sich, den Versöhnungsprozess der verfeindeten Palästinenserfraktionen voranzutreiben. In Kairo empfing der aus der Muslimbruderschaft hervorgegangene Mursi Palästinenserpräsident Mahmud Abbas von der säkularen Fatah und den Exil-Chef der radikal-islamischen Hamas, Chaled Maschaal. Es war das erste Treffen der Palästinenserführer seit fast einem Jahr.

Hamas-Exilchef Maschaal (l.) und Palästinenserpräsident Abbas schütteln sich die Hände (Foto:AFP/Getty Images)

Hamas-Exilchef Maschaal (l.) und Palästinenserpräsident Abbas - sind ihre Differenzen überwindbar?

Leichte Fortschritte?

Vor ihrem Gespräch waren Abbas und Maschaal getrennt mit dem ägyptischen Staatschef zusammengekommen, dessen Land sich seit Jahren für die Aussöhnung der Palästinenser einsetzt. Nach Fatah-Angaben sicherte Mursi Unterstützung bei den Bemühungen zu, die israelische Blockade des Gazastreifens aufzuheben. Auch bei der schweren Finanzkrise der Palästinenser will Mursi helfen.

Ägyptische Regierungsbeamte teilten anschließend mit, Abbas und Maschaal hätten sich auf die weitere Umsetzung des Versöhnungsabkommens von 2011 verständigt. Aus der Delegation von Abbas hieß es, die Gespräche seien gut verlaufen und sollten fortgesetzt werden. Was dies konkret bedeutet, blieb offen.

Video ansehen 01:22

Fatah feiert in Gaza (04.01.2012)

Streitpunkt Israel

Das Verhältnis zwischen der im Westjordanland regierenden Fatah und der Hamas gilt seit der Machtübernahme der Islamisten im Gazastreifen 2007 als äußerst angespannt. Beide Seiten lieferten sich blutige Kämpfe. Das im Mai 2011 vereinbarte Versöhnungsabkommen blieb wegen Unstimmigkeiten über die Umsetzung bislang unbeachtet. Ein weiterer Streitpunkt ist der Umgang mit Israel. Während die Fatah unter Bedingungen zur Friedensverhandlungen mit dem jüdischen Staat bereit ist, ruft die Hamas weiter öffentlich zur Vernichtung Israels auf.

Seit der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen im November - angesichts des permanenten Raketenbeschusses israelischer Städte durch Hamas-Aktivisten - und dem UN-Votum für einen aufgewerteten Beobachterstatus der Palästinenser bemühen sich beide Seiten um Annäherung. Der Hamas-Vertreter Jussef Risk warnte jedoch, das Treffen in Kairo führe nicht zwangsläufig zur Umsetzung des Abkommens von 2011.

se/qu (rtr, afp, dpa)

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