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Aktuell Nahost

Mursi kritisiert gewalttätige Proteste

Bei Protesten gegen die islamistische Regierung in Ägypten werden mehrere Demonstranten getötet. Präsident Mursi kündigt ein hartes Vorgehen gegen alle an, die nicht friedlich demonstrieren.

Nach heftigen Protesten gegen seine Regierung hat Ägyptens Präsident Mohammed Mursi die Demonstranten kritisiert. Gewalt verderbe den zivilisierten Charakter der Revolution, schrieb Mursi in der Nacht zum Samstag in mehreren Mitteilungen im Kurznachrichtendienst Twitter. "Die ägyptischen Behörden werden die Kriminellen jagen und sie vor Gericht bringen", kündigte er an.

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Tahrir-Platz wieder Zentrum des Protests

Tote in Suez

Am Freitag waren in ganz Ägypten mindestens 500.000 Menschen gegen die islamistische Regierung von Mursi auf die Straße gegangen. Vielerorts war der Protest eskaliert: Mindestens sechs Menschen kamen nach Angaben des ägyptischen Gesundheitsministeriums bei gewaltsamen Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften in der Stadt Suez ums Leben, in Agenturberichten ist sogar von neun Toten die Rede. Die Armee verlegte deswegen am frühen Samstagmorgen Einheiten nach Suez.

Ein weiterer Mensch kam laut Gesundheitsministerium bei Protesten in Ismailija ums Leben. Mehr als 450 Menschen seien bei Straßenschlachten im ganzen Land verletzt worden. Brennpunkt der Kundgebungen zum zweiten Jahrestag des Volksaufstands in Ägypten war erneut die Hauptstadt Kairo. Zu Zehntausenden strömten vor allem Anhänger liberaler Gruppen auf den Tahrir-Platz, wo im Januar 2011 der Massenprotest gegen den damaligen Machthaber Hosni Mubarak seinen Anfang genommen hatte.

Für "Brot, Freiheit, soziale Gerechtigkeit"

Mursi rief dazu auf, friedlich zu demonstrieren: "Ich fordere alle Bürger auf, ihre Meinung im Sinne der noblen Prinzipien der ägyptischen Revolution friedlich und frei auszudrücken." Den Opfern der Gewalt drückte Mursi sein Mitgefühl aus. Erst am Donnerstag hatte Mursi indes behauptet, die Proteste würden von "Überbleibseln des Mubarak-Regimes" gesteuert und von einer "Konterrevolution" gesprochen.

Die ägyptische Opposition wirft Mursi vor, mit dem von den Islamisten ausgearbeiteten Verfassungsentwurf Ägypten zu einem Gottesstaat machen zu wollen. Die Proteste standen unter dem Motto "Brot, Freiheit, soziale Gerechtigkeit". Dies war bereits die Parole bei den Protesten vor zwei Jahren, die schließlich zum Sturz des langjährigen Präsidenten Hosni Mubarak geführt hatten.

det/haz (afp, dapd, dpa)

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