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Wimbledon

Murray und Djokovic scheitern in Wimbledon

Das Viertelfinale des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon ist für den körperlich angeschlagenen Lokalmatadoren Andy Murray die Endstation und Novak Djokovic muss verletzt aufgeben. Dafür überrascht ein US-Amerikaner.

Der Titelverteidiger ist raus. Der Brite Andy Murray verlor in Wimbledon im Viertelfinale gegen Sam Querrey in fünf Sätzen mit 6:3, 4:6, 7:6, 1:6 und 1:6. Querrey ist der erste US-Amerikaner seit Andy Roddick 2009 im Halbfinale eines Grand-Slam-Tennisturniers. Im Kampf um den Einzug in sein erstes Finale trifft der 29-Jährige aus San Francisco am Freitag auf Marin Cilic. Der Kroate gewann gegen Nadal-Bezwinger Gilles Muller ebenfalls in fünf Sätzen.

Murray gehandicapt

Noch weit mehr Beachtung fand allerdings die Partie des Publikumslieblings Murray. Der Brite war vor heimischen Publikum der große Favorit in dieser Partie, wirkte aber spätestens vom vierten Satz an körperlich schwer angeschlagen, lief vielen Bällen nicht mehr energisch hinterher, nahm aber auch keine Auszeit, um sich behandeln zu lassen. Auf der Tribüne verfolgte Trainer Ivan Lendl mit versteinerter Miene, wie sein Schützling erst die Kontrolle über das Spiel und dann das ganze Match verlor. Offenbar machten Murray die Hüftprobleme, die ihn vor dem Turnier zu einer mehrtägigen Pause gezwungen hatten, mehr zu schaffen als gedacht. 

UK Wimbledon 2017 - Sam Querrey (Reuters/A. Couldridge)

"Ich bin noch ein bisschen geschockt": Querrey kann sein Glück nicht fassen.

Querrey dagegen zog als erster US-Amerikaner seit Andy Roddick 2009 in das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers ein. "Ich bin noch ein bisschen geschockt, ein Traum ist wahr geworden", sagte Querrey. Ein Jahr nach seinem Drittrunden-Erfolg gegen den damaligen Titelverteidiger Novak Djokovic erwies sich der Kalifornier auf dem Heiligen Rasen wieder einmal als wahrhaftiger Favoritenschreck. "Es fühlt sich großartig an", sagte Querrey.

Querrey mit Rekord-Ausdauer

Die Zuschauer auf dem Centre Court, die sich nach dem im Tiebreak gewonnenen dritten Satz noch begeistert von ihren Sitzen erhoben hatten, verfolgten mit einer Mischung aus Entsetzen und Unglauben die Demontage des Weltranglisten-Ersten in den zwei finalen Durchgängen. Nach 2:42 Stunden beendete Querrey vor den Augen der Tennis-Legenden Rod Laver, Ken Rosewall und Richard Krajicek in der Royal Box das am Ende ungleiche Duell beim zweiten Matchball mit seinem 27. Ass.

Auch das dritte Match über fünf Sätze in diesem Turnier nach den Erfolgen gegen Jo-Wilfried Tsonga und Kevin Anderson entschied Querrey für sich. Und sicherte sich bei seinem 42. Grand Slam Platz eins in einer ganz speziellen Statistik: Noch nie hat ein Spieler so lange gebraucht, um bei einem Grand Slam das Semifinale zu erreichen. 

Der "Djoker" gibt auf

Wimbledon, Djokovic, (picture-alliance/T.Ireland)

Kein vierter Titel: Djokovic muss verletzt aufgeben.

Am Abend erwischte es dann noch einen weiteren großen Namen des Tennis: Der dreimalige Turniersieger und ehemalige Weltranglisten-Erste Novak Djokovic verlässt Wimbledon ebenso vorzeitig wie Murray. Der 30 Jahre alte Tennisprofi aus Serbien gab in seinem Viertelfinale gegen den Tschechen Tomas Berdych beim Stand von 6:7 (2:7), 0:2 verletzt auf. Zuvor hatte er sich am Ellbogen und an der Schulter behandeln lassen. Berdych trifft bei dem Grand-Slam-Turnier in London jetzt auf Roger Federer.

Der macht es nämlich besser als seine großen Rivalen Murray und Djokovic: Federer zog zum zwölften Mal ins Halbfinale von Wimbledon ein - und das in souveräner Manier. Der 35 Jahre alte Schweizer gewann in seinem 100. Match im All England Club gegen Vorjahresfinalist Milos Raonic nach 1:58 Stunden 6:4, 6:2, 7:6 (7:4). 

Federer ohne Satzverlust

Federer revanchierte sich an Raonic für die Halbfinal-Niederlage im vergangenen Jahr und bleibt ohne Satzverlust im Turnier. Häufiger als Federer hat im Herreneinzel von Wimbledon noch nie jemand im Halbfinale gestanden. Der 18-malige Major-Sieger ließ den Amerikaner Jimmy Connors (11) hinter sich und nimmt eine weitere Bestmarke ins Visier. Noch zwei Siege fehlen Federer zum achten Titel in Wimbledon, bisher teilt er sich den Rekord mit Pete Sampras (USA) und William Renshaw (Großbritannien).

sn/jw/ck (sid, dpa)

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