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Kultur

Munch-Raub mit Folgen

Etliche Hinweise, aber keine heiße Spur hat die norwegische Polizei auf der Jagd nach den Munch-Bildern. Die zwei Gemälde gelten als "unersetzlich" und sollen nicht gegen Diebstahl versichert gewesen sein. Zu teuer.

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"Der Schrei" und "Madonna"

Nach dem Raub von Edvard Munchs weltberühmtem Gemälde "Der Schrei" sind bei der norwegischen Polizei etliche Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Unter anderem würden Fotos und Videoaufnahmen aus dem Osloer Munch-Museum untersucht, sagte Polizeisprecher Ivar Stensrud am Montag (23.8.2004) der norwegischen Nachrichtenagentur NTB. Medienberichten zufolge waren "Der Schrei" und das am Sonntag (22.8.2004) ebenfalls geraubte Munch-Bild "Madonna" nicht gegen Diebstahl versichert. Es wäre zu teuer gewesen, die Bilder seien "unersetzlich", sagte John Öyaas von der zuständigen Versicherung in Oslo. Die Munch-Sammlung war mit 500 Millionen Kronen (60 Millionen Euro) lediglich gegen Feuer- oder Wasserschäden versichert, heißt es in den Medienberichten weiter. Allein der Wert des Bildes "Der Schrei" wird in Oslo auf 450 Millionen Kronen (54 Millionen Euro) geschätzt. Experten schätzen den Geldwert beider Bilder auf bis zu 100 Millionen Dollar (81,3 Millionen Euro).

Lösegelderpressung oder Auftragstat?

Alle verfügbaren Beamten seien für die landesweite Suche nach den beiden Gemälden abbestellt worden, sagte Polizeisprecher Stensrud am Montag. Das Fluchtauto der vermutlich drei Täter und Teile der Bilderrahmen waren bereits wenige Stunden nach dem Diebstahl am Sonntag entdeckt worden. Bewaffnete und maskierte Männer hatten vor den Augen entsetzter Kunstliebhaber am Vormittag das Museum gestürmt und waren mit den beiden Gemälden in einem Auto geflohen. Norwegische Medien spekulierten am Montag über das Motiv der Täter. Von einem Diebstahl zwecks Lösegelderpressung bis zu einer Auftragstat für einen Kunstsammler war die Rede. Bisher sei noch kein Lösegeld für die Bilder gefordert worden, sagte die Polizei in Oslo nach Angaben der norwegischen Nachrichtenagentur NTB.

Begehrtes Bild

Eine zweite Version von "Der Schrei" war bereits im Februar 1994 aus der norwegischen Nationalgalerie gestohlen worden. Drei Norweger hatten damals ein Lösegeld von einer Million US-Dollar gefordert, das die Regierung jedoch niemals zahlte. Betreiber des 1963 erbauten Munch-Museums ist die Stadt Oslo. Es beherbergt etwa 1000 Gemälde, 3000 Zeichnungen und 18.000 Drucke. Der Norweger Munch (1863 bis 1944), der zeitweise auch in Deutschland lebte und arbeitete, gilt als Wegbereiter des Expressionismus. (kap)

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