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Filme

Multitalent: Mel Brooks wird 90

Er ist ein Meister der Filmparodie. Der US-amerikanische Regisseur Mel Brooks traute sich 1968 an eine Komödie über Adolf Hitler - und hatte damit Erfolg. Danach war nichts mehr sicher vor dem Drehbuchautor und Komiker.

Manchmal wird erst nach Jahrzehnten deutlich, welche Vorreiterrolle ein Künstler eingenommen hat. Heute, in Zeiten von Comedies und Ulk-Fernsehen, von Nazi-Parodien und Humor-Tabubrüchen auf allen Ebenen, lohnt ein Blick auf das Werk des Regisseurs und Schauspielers Mel Brooks ganz besonders. Der am 28. Juni 1926 in Brooklyn (New York) geborene Entertainer feiert jetzt seinen 90. Geburtstag. In vielerlei Hinsicht erweist sich Brooks als Pionier in Sachen Humor.

Mel Brooks - ein früher Tabubrecher

Noch heute wird, durchaus zu Recht, leidenschaftlich diskutiert, ob man mit dem von den Nationalsozialisten verübten Verbrechen Späße treiben darf. Das ist nicht jedermanns Sache. Und Witze über Adolf Hitler zum Beispiel können ganz schön daneben gehen. Nicht jeder Zuschauer konnte und wollte 1968, als Mel Brooks erster Film "The Producer" ("Frühling für Hitler") in die Kinos kam, mitlachen.

Regisseur und Schauspieler Mel Brooks Film 'The Producers' (Foto: imago)

Phänomenaler Start ins Kinogeschäft: "The Producers"

Brooks hatte schnell Erfolg, sehr großen sogar. Schon zuvor war der Amerikaner, der aus einem jüdisch-europäischen Elternhaus in Brooklyn, New York stammte, ein bekannter Mann. Sein Handwerk hatte er wie so viele andere US-Komiker auf der Bühne und beim Fernsehen gelernt. Mel Brooks ist eine bodenständige Variante von Woody Allen: Seine Späße sind nicht intellektuell und feingeistig, sondern oft roh und brachial.

Mehrfach preisgekrönt: Mel Brooks

Damit eroberte er in den 1970er und 80er Jahren weltweit ein großes Kinopublikum. Darüberhinaus war Brooks zeitlebens auf mehreren Bühnen der Popkultur tätig, fürs Kino und fürs Fernsehen, für die Bühne und als Synchronsprecher. Einen späten weltweiten Erfolg erzielte er im Jahre 2001, als er eine Musicalversion seines Debütfilms "The Producers" auf den Broadway brachte. Dafür gab es nicht weniger als zwölf Tonys - damit ist es das bis heute meistausgezeichnete Musical am Broadway.

Schauspieler Mel Brooks im Film 'High anxiety' (Foto: imago)

Echte Klamotte: Hitchcock-Parodie "Höhenkoller"

Mel Brooks ist einer der wenigen Unterhaltungskünstler, die in vier großen Kultursparten mit den höchsten Preisen ausgezeichnet wurden. Er gewann einen Oscar, die Tony-Statuetten, aber auch Emmys und Grammys. Verheiratet war Mel Brooks mit der 2005 verstorbenen Schauspielerin Anne Bancroft, einer Ikone der Kinogeschichte, die an der Seite von Dustin Hoffman im Film "Die Reifeprüfung" die Mrs. Robinson gespielt hat.

Rüstiger Rentner mit Filmplänen

Auch in den letzten Jahren zeigte sich der Komiker trotz seines hohen Alters noch recht umtriebig. Er tritt im Fernsehen auf, twittert eifrig und leiht seine Stimme den Protagonisten in großen Zeichentrickfilmen. Sogar einen neuen Kinofilm hat er angekündigt. Ob das als Witz gemeint war, weiß man beim rüstigen Mel Brooks nicht so ganz genau. Er hat ja während seiner langen Karriere schon für so einige Überraschungen gesorgt.

Martin Sommerlatte spielt Adolf Hitler in dem Musical 'The Producers' 2009 in Berlin (Foto: AP Photo/Herbert Knosowski)

Auch auf der Bühne erfolgreich: Brooks Musical "The Producers", hier 2009 im Berliner Admiralspalast

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