1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Presse

Multimedial berichten in Zeiten der Dürre

Die DW Akademie organisierte erstmals ein Journalistentraining in Somaliland. Ziel des Praxisworkshops: die Vermittlung von journalistischen Grundlagen, um den zivilgesellschaftlichen Dialog zu stärken. 

Ostafrika erlebt derzeit eine der schwersten Dürren seit mehr als 60 Jahren. Besonders betroffen: das kleine Somaliland, das international noch nicht anerkannt ist. Die Hitze zerstört Ernten, Tiere verdursten, Wasser ist knapp. Es droht eine Hungerkatastrophe. Zehntausende sind in dem Land auf der Flucht, in Regionen wo noch Wasser ist.

Für die weitreichenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Folgen der anhaltenden Dürre braucht es einen zivilgesellschaftlichen Dialog, bei dem vor allem die Betroffenen zu Wort kommen. Das findet jedoch im Fernsehen Somalilands kaum statt. Dort bestimmen größtenteils Soaps aus den Golfstaaten und – regierungsfreundliche – Nachrichten das Programm.

Seit der Loslösung von Somalia 1991 haben sich in Somaliland zahlreiche Sender und Zeitungen gegründet, die sich für eine freie und unabhängige Berichterstattung in ihrem noch jungen Land einsetzen. Um professioneller und bedarfsgerechter berichten zu können, hat die DW Akademie Anfang Juli 16 Journalistinnen und Journalisten aus der Hauptstadt Hargeisa und den umliegenden Regionen zu einem einwöchigen Workshop eingeladen. Das Training wurde aus Mitteln der Deutschen Welle finanziert und von der Somaliland Journalists Association (SOLJA) unterstützt.

Soziale Medien stärker bedienen

Maßgeblich war die Frage, wie TV-, Radio und Printjournalisten mit multimedialen Formaten über Krisenthemen des Landes berichten und Social Media mehr in ihre Arbeit einbinden können. Denn viele Medien erreichen vor allem junge Leute nicht mehr, weil diese längst zu den Sozialen Medien abgewandert sind. Will man jedoch diese Zielgruppe erreichen, müssen Themen wie Wassermangel, Ernteausfälle und Landflucht multimedial erzählt werden. 

Die Herausforderung war, in Bildern zu denken, um mit aufrüttelnden Reportagen und Dokumentationen ein größeres Publikum anzusprechen. In dem einwöchigen Training wurden Skripte entwickelt, die nicht nur wichtigen Fakten, sondern auch einen spannenden Bildaufbau gewährleisten. Es entstanden informative Hingucker.

Faysa Ali Hussein, eine Teilnehmerin von Radio Hargeisa, sieht das Training als ersten Schritt: „Wir wünschen uns mehr Medien-Trainings, die uns dabei unterstützen, eine öffentliche Debatte über die großen Herausforderungen unseres Landes zu führen. Wir brauchen eine starke Zivilgesellschaft, um Probleme wie die aktuelle Dürre zu bewältigen. Der Staat allein wird es nicht schaffen.“

Autor: Henner Weithöner

Die Redaktion empfiehlt