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Fokus Südosteuropa

Multiethnische Kindergärten in Mazedonien

Das Zusammenleben von Mazedoniern, Albanern, Türken, Roma, Serben, Walachen und Bosniaken im Vielvölkerstaat Mazedonien ist nicht einfach. Deshalb wird im Kindergarten jetzt auf multikulturelle Erziehung gesetzt.

Auf dem Bild: Kinder in einem Kindergarten

Kinder aus verschiedenen Kulturen lernen gemeinsam

In einigen mazedonischen Kindergärten haben drei-bis sechsjährige Kinder, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen angehören, die Möglichkeit, sich durch Spiel und Spaß gegenseitig kennenzulernen. Das ist nicht selbstverständlich, denn in dem südosteuropäischen Land leben die verschiedenen ethnischen Gemeinschaften immer noch nicht problemlos zusammen.

Auf dem Bild: Spielende Kinder

Für Kinder ist nicht wichtig, welche Sprache sie sprechen

Das erfolgreiche Projekt der Kindererziehung heißt "Mosaik". Es bietet den Kindern die Möglichkeit, in Gruppen gleichzeitig zwei Sprachen zu lernen. Realisiert wird das Projekt seit 1998 durch eine Nichtregierungsorganisation mit dem etwas umständlichen Namen "Auf der Suche nach der gemeinsamen Grundlage". Finanzielle Hilfe kommt von der Agentur für Zusammenarbeit und Entwicklung aus der Schweiz und der schwedischen Internationalen Agentur für Entwicklung "Mosaik".

Davon haben bisher 13 Kindergärten in 19 mazedonischen Gemeinden profitiert. Die Chefin der Organisation "Auf der Suche nach der gemeinsamen Grundlage", Vilma Venkovska Milcev, sagt dazu: "Durch die Anwendung von zwei Sprachen in bilingualen Gruppen, versuchen wir, verschiedene Kulturen zu unterstützen. Unser Ziel ist es, bei den Kindern Bewusstsein für gegenseitige Toleranz zu wecken. Sie sollen lernen, verschiedene Kulturen zu respektieren. Die Kindergruppen sind ethnisch gemischt. So wird in einigen parallel z.B Türkisch und Serbisch gesprochen. Dafür haben wir gut ausgebildete Erziehrinnen."

Spielerische Verständigung

Sahide Musliu ist eine der Kindererzieherinnen in der mazedonischen Stadt Tetovo. Sie erklärt, wie der Alltag der Kinder in einem multiethnischen Kindergarten aussieht: "Für Kinder, egal ob sie Mazedonier, Albaner oder Roma sind, ist nicht wichtig, in welcher Sprache sie sprechen, sondern ob sie sich gegenseitig im Spiel verstehen."

13 köpfige Familie Apostolovski in Dorf Staro Selo bei Tetovo in Mazedonien

Immer mehr Albaner schicken ihre Kinder in die multiethnischen Kindergärten

In der Stadt Kumanovo hat das Projekt schon Erfolge erzielt, weil immer mehr Albaner ihre Kinder in die multiethnischen Kindergärten schicken. "Die Kinder werden dadurch toleranter, die können mit anderen Kindern kommunizieren, andere Sprachen sprechen. Dank dieses Projektes kommen immer mehr albanische Kinder, was in der Vergangenheit nicht selbstverständlich war," sagt Xevaire Sinani, Erzieherin im Kindergarten "Angel Sajce" in der Stadt Kumanovo.

Die ausländische Finanzhilfe für das Projekt "Mosaik" wird im Juni 2011 auslaufen. Deshalb überlegt die mazedonische Regierung, multiethnische Kindergärten in das staatliche Bildungssystem zu integrieren.

Autor: Sveto Toevski/Belma Fazlagic-Sestic

Redaktion: Bernd Riegert

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