1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Afrika

Mugabes Geburtstagssause

Simbabwes Präsident Robert Mugabe ist der älteste Staatschef in Afrika. Gerade ist er 91 geworden. An diesem Wochenende lässt er sich groß feiern. 20.000 Gäste werden erwartet. Auf dem Speiseplan: zwei Elefanten.

Robert Mugabe ist bekannt für seine großspurigen und dementsprechend teuren Geburtstagsfeiern. In diesem Jahr steigt die extravagante Party von Simbabwes Dauerregenten eine Woche nach seinem Geburtstag. Als Kulisse dienen die imposanten Viktoriafälle - gefeiert wird in einem Luxushotel mit Golfplatz.

"Es wird viel los sein an den Viktoriafällen", sagt Innocent Hamandishe von der Regierungspartei ZANU-PF, mit dem Hinweis auf die Bedeutung der Wasserfälle als wichtigstem Touristenmagneten des Landes. Hamadishe leitet die Organisation der Riesenfeier. 20.000 Gäste sind zu dem Fest in dem Fünf-Sterne-Resort "Elephant Hill Hotel" in der Nähe der Grenze zu Sambia geladen. Darunter auch rund 100 Kinder, die am selben Datum wie Mugabe Geburtstag haben.

Bürger spenden für die Party

"Spielen Sie Golf, wo die wilden Tiere leben", verspricht das Hotel auf seiner Internetseite. Zwei Elefanten werden die Party nicht überleben. Sie stehen auf Mugabes Geburtstagsmenü und werden zusammen mit rund 100 anderen Tieren für den Anlass geschlachtet.

Robert Mugabe am 85. Geburtstag - Foto: Tsvangirayi Mukwazhi (AP)

Mugabe am 85. Geburtstag: "Obszöne Fete"

Die "Bewegung des 21. Februar", die Jugendorganisation von Mugabes ZANU-PF, plant seit 1986 alljährlich den Geburtstag des Dauerregenten. Diesmal hat der Parteinachwuchs nach eigenen Angaben eine Million US-Dollar an Spenden für die Feierlichkeiten gesammelt. Tendai Musasa, der Chef des Naturschutzparks "Woodlands Conservancy" bei den Viktoriafällen, gehört zu den vielen Simbabwern, die etwas gespendet haben. "Wir wünschen Mugabe viele weitere Jahre", sagt Musasa.

Kritik von Opposition und Naturschützern

In den Staatsmedien vergeht zurzeit kaum eine Stunde, in der nicht auf die eine oder andere Weise Mugabes 91. Geburtstag bejubelt wird. Was die MDC (Movement for Democratic Change), die größte Oppositionspartei des Landes, nicht daran hindert, die geplante Sause anzuprangern: "Das ganze Geld, das gesammelt wurde, um diese obszöne Fete zu finanzieren, sollte schnellstens den maroden Krankenhäusern, Kliniken und Dorfschulen in der Region zur Verfügung gestellt werden", sagt MDC-Sprecher Obert Gutu.

Elefanten in Simbabwe - Foto: Martin Bureau (AFP)

Elefanten in Simbabwe: Geschlachtet für die Partygäste

Naturschützer sind ebenfalls nicht glücklich über die Feier an den Fällen. Johnny Rodrigues, der Vorsitzende der Umweltorganisation "Zimbabwe Conservation Task Force", sagte der Nachrichtenagentur dpa, er sei empört über die geplante Elefantenschlachtung. "Wir erheben den Anspruch, den besten Naturschutz der Welt zu haben, aber unser Präsident geht mit schlechtem Beispiel voran", kritisiert Rodrigues. "Wie können wir gegen Wilderei vorgehen, wenn Mugabe die Tötung von Elefanten zulässt?"

Geteiltes Echo bei den Bürgern

In den Straßen von Simbabwes Hauptstadt Harare stößt die aufwendige Feier auf ein geteiltes Echo. "Ein solches Fest ist jedes Jahr notwendig", sagt Ramero Ngara, "denn wir feiern den Geburtstag eines Idols - nicht nur in Simbabwe, sondern in ganz Afrika." Andere denken, dass diese Großzügigkeit unangebracht ist: "Es ist absurd, so viele Mittel für den Geburtstag eines 91-Jährigen zu verschwenden, dessen Zukunft auf dem Friedhof liegt, anstatt sich um die drängenden wirtschaftlichen Probleme des Landes zu kümmern", sagt ein Passant, der lieber ungenannt bleiben möchte.

Besonders für Bürger, die mit den Folgen der andauernden Unternehmenspleiten und der zunehmenden Nahrungsmittelknappheit zu kämpfen haben, sind Mugabes Festivitäten alle Jahre wieder ein rotes Tuch.