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Aktuell Afrika

Mugabe schmeißt seine Stellvertreterin raus

Die ehemalige Freiheitskämpferin Mujuru hatte lange gute Chancen, Simbabwes Staatspräsidenten Mugabe zu beerben. Doch im schwelenden Machtkampf um die Nachfolge des Langzeitherrschers zog sie den Kürzeren.

Erst wurde Robert Mugabes Stellvertreterin Joice Mujuru eines Mordkomplotts beschuldigt. Dann wurde die 59-Jährige (Artikelbild zusammen mit Mugabe im Oktober) in der vergangenen Woche aus dem Zentralkomitee der regierenden Zanu-PF-Partei ausgeschlossen. Jetzt folgte die endgültige Entmachtung der einst einflussreichen Politikerin. Mujurus Verhalten sei "mit ihren offiziellen Pflichten unvereinbar geworden", heißt es in einem Statement des Präsidentenbüros. Mit der Vizepräsidentin wurden acht Minister entlassen. Ein neues Kabinett soll am Mittwoch vorgestellt werden. Mit weiteren Entlassungen sei zu rechnen, hieß es aus Mugabes Umfeld.

Unter anderen mussten die Minister für Energie, Sicherheit und Kommunikation den Hut nehmen. Sie gelten als Vertraute Mujurus, die lange als aussichtsreichste Kandidatin für die Nachfolge des 90 Jahre alten Präsidenten galt.

Mujuru wies die Komplott- und Mord-Vorwürfe als lächerlich zurück. "Die Behauptungen, ich wollte Mugabe aus dem Amt drängen, sind lächerlich", erklärte sie in einem Statement, das mehrere Zeitungen des südafrikanischen Landes abdruckten.

Shopping-Queen Grace jetzt Topfavoritin

Nun gilt First Lady Grace Mugabe als Top-Kandidatin, die Nachfolge ihres Mannes im Präsidentenamt anzutreten. Die 49-Jährige wurde am vergangenen Samstag auf dem Parteitag zur Vorsitzenden der einflussreichen Frauen-Liga der Regierungspartei Zanu-PF gewählt. Wegen ihrer ausschweifenden Shopping-Touren ins Ausland belegte die Bevölkerung die Präsidentengattin mit Spitznamen wie Shopping-Queen und Gucci-Grace. Politisch trat sie bislang kaum in Erscheinung.

Grace Mugabe (Foto: AFP/Getty Images)

Das Präsidentenamt soll in der Familie bleiben: Grace Mugabe

Rekord in Afrika: 34 Jahre im Amt

Mugabe, der Simbabwe seit der Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1980 ohne Unterbrechung regiert, wurde bei dem Kongress der Zanu-PF als Kandidat für die nächste Präsidentschaftswahl im Jahr 2018 nominiert. Vor dem Parteitag hatte er trotz seines hohen Alters einen Rücktritt ausgeschlossen. Mugabe steht seit Jahren wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Die Europäische Union und andere Staaten verhängten Reisebeschränkungen gegen ihn, seine Familie und andere Regierungsmitglieder.

qu/det (afp, dpa, epd)