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Nahost

Mubarak verhöhnt das Volk

Ägyptens Präsident Husni Mubarak sträubt sich weiter gegen seinen Rücktritt. Er selbst wird damit immer mehr zu einem gefährlichen Sicherheitsrisiko, meint Rainer Sollich.

Themenbild Kommentar (Grafik: DW)

Alle Prognosen und alle Hoffnungen waren falsch. Wieder einmal. Husni Mubarak bleibt hartnäckig. Er verhöhnt sein Volk. Er tritt nicht zurück. Obwohl entsprechende Gerüchte diesmal offensichtlich direkt aus dem ägyptischen Militär und Machtapparat heraus gestreut worden waren - mit welchem Ziel auch immer.

Selbst die CIA hielt Mubaraks bevorstehenden Rücktritt für wahrscheinlich. Die demonstrierenden Menschenmengen auf den Straßen von Kairo und anderen ägyptischen Städten hofften darauf jedoch vergeblich. Ihre Wut ist groß und verständlich. Dieser Präsident spielt ein schmutziges Spiel auf Kosten seines Volkes.

Mehr als zynisch

Rainer Sollich (Archivfoto: DW)

Rainer Sollich kommentiert

Mubarak bleibt im Amt, überträgt aber seine Amtsvollmachten an Vizepräsident Omar Suleiman. Er verspricht Reformen. Er preist sich selbst als Patrioten und Garanten für Stabilität. Das alles ist purer Hohn und mehr als zynisch. Die ägyptische Bevölkerung hat genug von sozialer Ungerechtigkeit und politischer Unterdrückung. Die Menschen verlangen nach Freiheit und Demokratie und verdienen dabei jede Unterstützung - auch aus Europa.

Mubaraks Hartnäckigkeit könnte aber auch einen Teil der Protestbewegung zur Gewalt anstiften - mit unkontrollierbaren Folgen bis hin zu einem offenen Militärputsch. Mubarak - lange als Stabilitätsgarant verhätschelt - wird selbst immer mehr zu einem Sicherheitsrisiko. Für Ägypten und für die gesamte Region.

Autor: Rainer Sollich
Redaktion: Martin Schrader

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