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Aktuell Nahost

Mubarak-Urteil wird Wahlkampfthema

Das Urteil gegen Ägyptens ehemaligen Präsidenten Mubarak spaltet das Land. Die Präsidentschaftskandidaten nutzen die Gunst der Stunde. Die Staatsanwaltschaft will Berufung gegen das Urteil einlegen.

Viele Ägypter gingen nach der Verkündung des Urteils gegen den ehemaligen Präsidenten Husni Mubarak auf die Straße. Die einen jubelten; die anderen, insbesondere Anhänger der Muslimbrüder, halten die lebenslange Haft für den Ex-Präsidenten für nicht streng genug. Sie hatten die Todesstrafe gefordert.

Schafik übt scharfe Kritik

Die Kandidaten zur Präsidentenwahl in Ägypten: der Islamist Mohammed Mursi (links) und Ahmed Schafik (rechts) (Foto: dpa)

Mohammed Mursi (links) von den Muslimbrüdern tritt gegen Ahmed Schafik (rechts) an

Die Präsidentschaftskandidaten nutzen die aufgebrachten Emotionen und versuchen, jeder für sich, Kapital aus dem Urteil zu schlagen. Der ägyptische Präsidentschaftskandidat Ahmed Schafik hat sich nach dem Urteil gegen Mubarak als Mann der Versöhnung positioniert. Er habe seine Klage gegen junge Demonstranten fallengelassen, die vor einigen Tagen seine Wahlkampfzentrale in Kairo angezündet hatten, sagte er vor der Presse in Kairo.

Seinem Gegner bei der Stichwahl, Mohammed Mursi von der Muslimbruderschaft, warf er vor, die Gesellschaft zu spalten. Er prophezeite, Mursi werde die Christen terrorisieren und Ägypten ins "dunkle Zeitalter führen". Mursi hatte zuvor erklärt, die Todesstrafe für Mubarak durchsetzen zu wollen. Schafik war Mubaraks letzter Regierungschef.

Staatsanwaltschaft legt Berufung ein

Der oberste Staatsanwalt Ägyptens will gegen das Urteil in Berufung gehen. Das berichtete das ägyptische Fernsehen. Das Gericht hatte Mubarak am Samstag wegen seiner Rolle bei der Tötung von mehr als 800 Demonstranten zu lebenslanger Haft verurteilt. Vom Vorwurf der Korruption sprach es ihn und seine Söhne hingegen frei.

as/SC ( dpa, dapd, rtre, afpe)

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