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Afrika

Mubarak und Gaddafi zu Besuch im Sudan

Knapp drei Wochen vor dem Referendum über die Unabhängigkeit des Südsudan kommen der ägyptische Präsident Mubarak und der libysche Präsident Gaddafi in Khartum für Gespräche mit Präsident al-Baschir zusammen.

Die Präsidenten Libyens und Ägyptens haben Interessen im Sudan (Foto: AP)

Die Präsidenten Libyens und Ägyptens haben Interessen im Sudan

Am Dienstag (21.12.2010) reisten Ägyptens Präsident Husni Mubarak und sein Amtskollege Muammar al-Gaddafi in die sudanesische Hauptstadt Khartum, um dort gemeinsame Gespräche mit dem sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir und dem Präsidenten des teilautonomen Südsudan, Salva Kiir, zu führen. Wie die sudanesische Nachrichtenagentur SUNA berichtete, steht die geplante Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Südsudan am 9. Januar im Mittelpunkt der Gespräche.

Der südsudanesische Führer Salva Kiir und der sudanesische Präsident Omar Al Baschir.

Der südsudanesische Führer Salva Kiir (links) wird auch an den Gesprächen teilnehmen. (Foto: picture alliance/dpa)

Auch noch offene Fragen in den Friedensverhandlungen zwischen dem Norden und dem Süden sollen angesprochen werden, kündigte der ägyptische Außenminister Ahmed Abul Gheit in Kairo an. Zu den wichtigsten offenen Konfliktpunkten gehören die Grenzziehung und der Status der ölreichen Region Abjei.

"Freiheit, Transparenz und Glaubwürdigkeit"

Das Gipfeltreffen wird sich mit den regionalen und internationalen Bemühungen um eine friedliche Beilegung des Konflikts befassen. In den Gesprächen solle sichergestellt werden, dass das geplante Referendum "in einem Klima der Freiheit, Transparenz und Glaubwürdigkeit" stattfindet, betonte Abul Gheit.

Libyen und Ägypten sind an einer friedlichen Abspaltung des Südens interessiert, weil sie große Flüchtlingsströme in ihre Länder fürchten, sollten neue Kämpfe im Sudan ausbrechen. Ägypten befürchtet außerdem im Konfliktfall eine Beeinträchtigung seiner Wasserversorgung durch den Nil, der durch den Sudan fließt.

Islam als Staatsreligion

Baschir will eine stärkere Islamisierung (Foto: AP)

Baschir will eine stärkere Islamisierung

Beobachter gehen davon aus, dass die Südsudanesen sich am 9. Januar für die Unabhängigkeit vom Norden aussprechen werden. Der sudanesische Präsident al-Baschir kündigte indes eine stärkere Einbindung der islamischen Scharia in die Verfassung an, sollte der Süden nach der Volksabstimmung seine Unabhängigkeit erklären. In einer Rede in der ostsudanesischen Stadt Kadaref sagte er, die sudanesische Verfassung werde im Falle der Abspaltung des Südens reformiert. Dann werde es nicht mehr möglich sein, von kultureller und ethnischer Vielfalt des Landes zu sprechen. Diese Reform werde den Islam zur offiziellen Staatsreligion und Arabisch zur Hauptsprache des Landes machen, so al-Baschir weiter.

Autor: Nader Alsarras (ap, dpa, afp, suna)

Redaktion: Katrin Ogunsade

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