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Aktuell Nahost

Mubarak-Söhne kommen frei

Erst der Vater, jetzt die Söhne: Eine Woche, nachdem das Urteil gegen Ägyptens Ex-Präsident Husni Mubarak aufgehoben wurde, hat ein Gericht die Freilassung seiner Söhne angeordnet. Doch die Anklage besteht weiter.

Alaa und Gamal Mubarak (Archivbild hinten rechts und links), die Söhne des ägyptischen Langzeitherrschers, kommen auf freien Fuß. Das hat ihr Anwalt, Farid al-Deeb, bestätigt. Al-Deeb sagte der Agentur AFP, seine beiden Mandanten hätten die Höchstdauer der Untersuchungshaft im Gefängnis verbracht. Über eine mögliche Freilassung Husni Mubaraks verlautete zunächst nichts.

Urteil gegen Brüder gekippt

Ein Berufungsgericht hatte Mitte Januar das Urteil gegen Alaa und Gamal Mubarak kassiert, die zu jeweils vier Jahren Haft verurteilt worden waren. Der Prozess wird neu aufgerollt. Das Urteil gegen die Brüder war im Zuge derselben Gerichtsentscheidung aufgehoben worden, bei der auch eine Verurteilung von Ex-Präsident Mubarak zu drei Jahren Haft wegen Korruptionsvorwürfen widerrufen wurde. Der 86-Jährige war wenige Monate zuvor bereits vom Vorwurf der Beihilfe zum Mord freigesprochen worden.

Der Ex-Staatschef und seine Söhne waren im Mai vergangenen Jahres wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro zu den Haftstrafen verurteilt worden. Nach der Aufhebung der Urteile blieben sie zunächst aber in Haft, da das Berufungsgericht keine Freilassung angeordnet hatte.

Revolutions-Amnestie geplant

Zum vierten Jahrestag der Revolution am kommenden Sonntag plant die ägyptische Führung nach Medienberichten die vorzeitige Entlassung von knapp 600 Häftlingen. Am 25. Januar 2011 begann in Ägypten der Aufstand gegen Präsident Mubarak. Nach dessen Rücktritt glitt das Land in eine Phase der Instabilität. Seit Juni 2014 wird Ägypten von Präsident Abdel Fattah al-Sisi regiert.

Der ehemalige Armeegeneral hatte im Sommer 2013 den demokratisch gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt. Seither fährt die Staatsführung einen harten Kurs gegen Oppositionelle und Muslimbrüder. Vor allem letztere wurden zu Tausenden festgenommen, Hunderte zum Tode verurteilt. Auch Dutzende prominente Blogger und Demokratie-Aktivisten der Revolution sind hinter Gittern.

jj/sti (dpa, afp, rtr)