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Aktuell Nahost

Mubarak kämpft mit dem Tod

Das Leben des gestürzten ägyptischen Präsidenten Mubarak hängt am seidenen Faden. Der 84-Jährige liege im Koma, meldeten Korrespondenten. Die Bekanntgabe des Ergebnisses der Präsidentenwahl wurde unterdessen verschoben.

Über den genauen Zustand Mubaraks, der Ägypten drei Jahrzehnte lang mit eiserner Hand regierte und im Februar 2011 nach einem Volksaufstand gegen seine Herrschaft zurücktreten musste, gibt es widersprüchliche Angaben. Der Ex-Machthaber hatte nach Berichten des Staatsfernsehens im Gefängnis einen Schlaganfall erlitten und war in der Nacht zum Mittwoch (20.06.2012) in ein Militärkrankenhaus der Hauptstadt gebracht worden.

Apparate halten Mubarak am Leben

Bei der Ankunft in der Klinik sei Mubaraks Herz stehen geblieben, meldete die Staatsagentur Mena. Der Ex-Präsident sei an lebenserhaltende Geräte angeschlossen worden, hieß es weiter. Mubaraks Anwalt Fareed el Deeb sagte dem US-Sender CNN, sein Mandant habe bereits seit zehn Tagen Wasser in der Lunge gehabt, sein Blutdruck sei niedrig, er habe Atemschwierigkeiten gehabt und an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden müssen.

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Ägypten: Mubarak liegt im Sterben

Ihm seien intravenös Medikamente verabreicht worden, um ein Blutgerinnsel im Gehirn zu behandeln. Eine offizielle Erklärung des herrschenden Militärrates zu Mubaraks Gesundheitszustand gibt es bislang nicht. Lediglich ein Mitglied des Gremiums hatte in der Nacht zum Mittwoch dementiert, dass Mubarak bereits klinisch tot sei.

Jubel auf dem Tahrir-Platz

Der gestürzte Autokrat war erst Anfang Juni zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht gab ihm eine Mitschuld an der Tötung von mehr als 800 Demonstranten durch Kräfte des Regimes während des Volksaufstandes Anfang 2011. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo, dem "Geburtsort" der ägyptischen Revolution, wo in der Nacht Tausende Anhänger der Muslimbruderschaft gegen den Militärrat protestierten, wurden die Nachrichten über den sich dramatisch verschlechternden Gesundheitszustand Mubaraks mit Jubel aufgenommen. In ägyptischen Medien wird bereits über die Art des Begräbnisses spekuliert, das dem Ex-Präsidenten zusteht. Das Internet-Portal alahram zitierte offizielle Quellen, wonach lediglich eine Beisetzung im Familienkreis möglich sei.

Wahlergebnis wird noch nicht veröffentlicht

Das Drama um den vor 16 Monaten gestürzten Präsidenten fällt mitten in eine Zeit, in der der Machtkampf um seine Nachfolge voll entbrannt ist. Die für diesen Donnerstag angekündigte Veröffentlichung des Ergebnisses der Stichwahl um die Präsidentschaft vom vergangenen Wochenende wurde verschoben. Dies meldete die offizielle ägyptische Nachrichtrenagentur MENA unter Berufung auf die Wahlkommission. Eine Begründung für die Verschiebung wurde nicht gegeben. Sowohl der Kandidat der konservativ-religiösen Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, als auch sein Rivale, Mubaraks letzter Ministerpräsident Ahmed Schafik, reklamieren bislang den Wahlsieg für sich.

wl/qu (dpa, dapd, rtr, afp)

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