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Kultur

Mozilla wird flügge

Aus dem "Browserkrieg" zwischen Netscape Navigator und Internet Explorer ist das Projekt Mozilla entstanden. Für User ist es recht umgänglich. An manchen Punkten fühlt man sich allerdings in alte Zeiten zurückversetzt.

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Vier Jahre nach seinem Start hat das Mozilla-Projekt sein erstes Ziel erreicht: Ein schneller Internet-Browser, unabhängig von kommerziellen Interessen und allein den offenen Standards wie HTML, XML oder JavaScript verpflichtet. Das jetzt zum Download bereit gestellte Mozilla 1.0 tut das, was es soll: Web-Seiten, E-Mails und Beiträge in Newsgroups unaufdringlich und flott auf den Bildschirm zu bringen.

Mozilla ist ein Kind des "Browserkriegs": Als sich Anfang 1998 abzeichnete, dass der Browser-Pionier Netscape den Wettbewerb mit dem Internet Explorer von Microsoft verlieren würde, gab Netscape den Quellcode des Programms frei und rief Programmierer in aller Welt dazu auf, die Software als freies Open-Source-Projekt weiterzuentwickeln.

Nützliche Neuerung

Das neue Mozilla ist nach dem Download von rund 10 MB schnell installiert. Als Zusatz-Ausstattung können "Themes" heruntergeladen werden, mit denen der Oberfläche des Programms ein anderes Aussehen verpasst wird. Eine nützliche Neuerung ist die Darstellung von Web-Seiten in mehreren Karteikarten: Wird mit einem Link eine neue Seite aufgerufen, kann diese über die rechte Maustaste auf einer eigenen Karte angezeigt werden. Auf diese Weise lassen sich mehrere Seiten übersichtlich im gleichen Fenster darstellen; der Karteikartenreiter zeigt stets den Kurztitel der Seite an.

Praktischer Password-Manager

Der neue Browser mit dem fauchenden Drachen legt Wert auf Sicherheit: Wenn eine Web-Seite den Browser dazu nötigen will, eine Programmdatei zu starten, verweigert dieser seinen Dienst. Nervige Popup-Fenster mit aufdringlicher Werbung lassen sich mit Mozilla einfach abschalten. Praktisch ist ein Password-Manager, mit dem die Kennwörter für verschiedene Web-Sites zentral verwaltet werden können. Ein bereits angezeigter Download-Manager soll erst in der Version 1.1 aktiviert werden, die bis August fertig gestellt sein soll.

Flash-Player bereitet Mozilla Probleme

Keine Mühe hat Mozilla mit CSS - jenen als "Cascading Style Sheets" bezeichneten Formatvorlagen, die sich um ein interessantes Web-Layout vor allem von Texten kümmern. Erstaunlich gut funktioniert auch bereits die Darstellung von XML-Dokumenten – die "Extensible Markup Language" ist ein Internet-Standard für Dokumente aller Art mit weit reichender Bedeutung für die Zukunft.

Probleme gibt es allerdings mit all jenen Web-Seiten, die Zusatzprogramme wie den Flash-Player erfordern. Während diese in den neuen Versionen des Internet Explorers und des Netscape Navigators bereits integriert sind, muss man sie beim Mozilla wie in alten Zeiten erst zusätzlich herunterladen und in einem Plugin-Verzeichnis eintragen. Neben dem Browser, der in alter Netscape-Tradition als Navigator geführt wird, umfasst Mozilla auch ein E-Mail-Programm, ein Chat-Programm und ein Programm für die Kommunikation in Newsgroups. Die Software gibt es sowohl für Windows als auch für Macintosh und Linux. AP/(pg)

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