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Kultur

Mozart und Mohammed: Kulturelle Ereignisse 2006

Fußball-WM und viele Gedenktage prägten das Jahr 2006. Der Dialog der Kulturen kam hinzu: Mohammed-Karikaturen, Papstrede und "Idomeneo" lösten Debatten aus. Ein Rückblick auf ein schönes und spannungsreiches Jahr.

Porträt von Wolfgang Amadeus Mozart, Quelle: dpa

Porträt von Wolfgang Amadeus Mozart: 2006 feierte man den 250. Geburtstag des Komponisten

Jubiläen prägten viele kulturelle Veranstaltungen in Jahr 2006. Große Ausstellungen gab es in Deutschland und den Niederlanden rund um den 400. Geburtstag des Barockmalers Rembrandt. Es jährte sich der 150. Todestag des Komponisten Robert Schumann. Man feierte auch den 150. Geburtstag des Psychoanalytikers Sigmund Freud und den 50. Todestag des Schriftstellers Bertold Brecht.

Wolfgang Amadeus Mozart begann den Reigen der Jubilare. Sein Geburtstag jährte sich am 27. Januar, danach wurde es etwas stiller um das musikalische Wunderkind. Der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny kann aber mit der Bilanz des Mozartjahres zufrieden sein. Insgesamt 30 Millionen Euro habe die Stadt zur Verfügung gestellt, und ein zusätzliches Umsatzvolumen von etwa 48 Millionen Euro konstatiert, erklärt er. Sein Fazit: "Investitionen in die Kultur zahlen sich direkt und indirekt für die Stadt aus."

Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten in Dresden, das so genannte 'Grüne Gewölbe', Quelle: AP

Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten in Dresden, so genanntes "Grünes Gewölbe"

Mailath-Pokornys letzter Satz war nach Berlin gerichtet, wo Sparpläne das Kulturangebot qualitativ zu schmälern drohen. Trotz der seit Jahren leeren Haushaltskassen gab es im Museums- und Theaterbereich in diesem Jahr einige Neueröffnungen, auch in Berlin. Auf der Berliner Museumsinsel können Besucher Kunstschätze von der Spätantike bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts im neu gestalteten Bode-Museum bewundern. In Marbach gibt es seit Juni ein Literaturmuseum der Moderne und in Dresden wurde im September nach jahrelanger Renovierung im Residenzschloss das historische Grüne Gewölbe wiedereröffnet, die ehemalige Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten.

Das barocke Gesamtkunstwerk, das glänzt und glitzert, konnte den unrühmlichen Streit um den geplanten Bau der Dresdner Elbtalbrücke ein wenig in den Hintergrund drängen. Denn während die Altstadt von Regensburg in diesem Jahr in die Liste des Welterbes aufgenommen wurde, kamen die Dresdner im Juli auf die Rote Liste der UNESCO. Die Brücke würde die einzigartige Landschaft der Elbaue verschandeln.

Brücken bauen

Dr. Elke Kaschl Mohni, Leiterin des neuen Verbindungsbüros in Abu Dhabi

Dr. Elke Kaschl Mohni (r.), Leiterin des neuen Verbindungsbüros in Abu Dhabi

Brücken ganz anderer und gern gesehener Art baut das Goethe-Institut, dessen Etat seit Jahren erstmals wieder aufgestockt wurde, um 13,5 auf nun 110 Millionen Euro. Mit diesem Geld sind neue Institute in Osteuropa und China sowie in der arabischen Welt geplant. Außerdem soll das Flagschiff der auswärtigen Kulturpolitik reformiert werden, indem es sich wieder auf seine Kernaufgaben besinnt. Dazu gehört die Pflege der deutschen Sprache.

Auch neue Synergieeffekte mit anderen Institutionen sind gefragt. Den ersten Zusammenschluss gab es bereits im Mai. In Abu Dhabi wurde das erste Gemeinschaftsinstitut von Goethe-Institut, DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) und GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit) eröffnet. Dadurch soll auch der Kulturdialog mit der arabischen und islamischen Welt gefördert werden.

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