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Politik

Moussaoui: "Bin Laden gab mir den Auftrag für den Anschlag"

Der wegen der Terroranschläge vom 11. September 2001 angeklagte Zacarias Moussaoui hat erstmals eine Mitwisserschaft zugegeben. Er habe gewusst, dass zwei Flugzeuge in das World Trade Center gelenkt werden sollen.

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Illustration: Moussaoui im Gericht

Er habe von El-Kaida-Chef Osama bin Laden den Auftrag erhalten, an jenem Tag ein Flugzeug ins Weiße Haus in Washington zu steuern, sagte Moussaoui am Montag vor Gericht in Alexandria bei Washington. Das neue Eingeständnis des marokkanischstämmigen Franzosen kam völlig überraschend.

Zacarias Moussaoui Prozeß

Zacarias Moussaoui

Zwar hatte Moussaoui schon früher zugegeben, für einen Angriff auf das Weiße Haus vorgesehen gewesen zu sein. Nach seinen früheren Aussagen sollte er diesen Anschlag aber nicht am 11. September, sondern zu einem späteren Zeitpunkt ausführen. Moussaoui hatte allerdings schon früher gestanden, in das Komplott für den 11. September 2001 eingeweiht gewesen zu sein.

Im Jahr 2001 gelogen

Im Kreuzverhör durch Staatsanwalt Robert Spencer bestätigte der Franzose nun, nach seiner Festnahme im August 2001 in den Verhören gelogen zu haben, damit die 9/11-Hijacker nicht rechtzeitig aufgespürt würden. "Der Grund, warum Sie Lügen erzählt haben, war, dass Sie einen Fortgang der Operation ermöglichen wollten?", fragte Spencer. Moussaoui entgegnete darauf: "Das ist korrekt."

Moussaoui räumte nach Angaben von CNN auch ein, zwei der beiden Täter vom 11. September gekannt zu haben, darunter den Kopf der Bande, Mohammed Atta, der lange in Hamburg gelebt hatte.

Todesstrafe oder lebenslänglich?

Moussaoui war drei Wochen vor den Anschlägen festgenommen worden, als er in Minnesota Flugstunden nahm. Ein Fluglehrer war misstrauisch geworden. Moussaoui wurde aber wegen Visavergehen festgehalten.

Die Staatsanwaltschaft will in dem Prozess erreichen, dass der Franzose wegen Beihilfe zum dreitausendfachen Mord bei den Anschlägen in New York und Washington zum Tode verurteilt wird. Die Verteidigung setzt dagegen darauf, dass gegen Moussaoui nur lebenslange Haft verhängt wird. Ihr Hauptargument lautet, dass die US-Sicherheitsbehörden auch ohne das ausgebliebene rechtzeitige Geständnis Moussaouis die Möglichkeit gehabt hätten, die Anschläge zu verhindern, da bereits ausreichende Hinweise auf das Komplott vorgelegen hätten.

Wegen der Geständnisse Moussaouis vor Prozessbeginn geht es in dem Verfahren nicht mehr um die grundsätzliche Klärung der Schuldfrage. Die zwölf Geschworenen haben nur noch über das Strafmaß zu entscheiden. (stl)

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