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Aktuell Europa

Motorschaden legt Atomkraftwerk Tihange 2 lahm

Das angeschlagene AKW macht Pause: Der Meiler Tihange 2 nahe der deutschen Grenze ist wieder einmal defekt. Ein Ersatzteil sei am Wochenende nur schwer aufzutreiben, heißt es lapidar. Belgien sieht aber keine Gefahr.

Der belgische Atomreaktor Tihange 2 (Archivbild: dpa)

"Höchste Sicherheitsanforderungen": Atomreaktor Tihange 2 nahe Lüttich (Archivbild)

Und läuft, und läuft, und läuft: Der alte Volkswagen-Werbespruch trifft auf das belgische Atomkraftwerk Tihange 2 nur in Intervallen zu. Denn beinahe ebenso oft gilt: Es läuft nicht. Jetzt ist es gerade wieder soweit. Ein Antriebsmotor von Dampfturbinen im nichtatomaren Teil der Anlage hat den Dienst versagt - und zum plötzlichen Stillstand geführt.

Teile des Motors müssten ausgetauscht werden, sagte ein AKW-Sprecher der Nachrichtenagentur Belga. Doch genau das gestaltet sich zum Problem: Es sei nicht leicht, an einem Samstag Ersatz zu besorgen. Wenn alle Teile bereitlägen, solle der Reaktor, der nur 70 Kilometer von Aachen entfernt ist, wieder hochgefahren werden. Angepeilt sei dafür die Nacht auf Mittwoch, heißt es.

Offizieller Appell aus Berlin

Deutschland hat mehrfach gegen den Weiterbetrieb der Meiler Tihange 2 und Doel 3 bei Antwerpen protestiert. Die Bundesregierung hatte Belgien im April offiziell gebeten, die umstrittenen Kraftwerke "bis zur Klärung offener Sicherheitsfragen" vorübergehend vom Netz zu nehmen. Die belgische Seite lehnte das damals ab: Beide Meiler erfüllten die "höchsten Sicherheitsanforderungen". Kurz darauf teilte die Regierung in Brüssel allerdings mit, sie wolle im nächsten Jahr vorsorglich Jodtabletten an alle elf Millionen Einwohner verteilen - zum Schutz vor radioaktiver Strahlung.

jj/sti (dpa, afp)