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Irak

Mossul leidet unter akutem Wassermangel

Für die Einwohner Mossuls wird die Lage immer prekärer. In der hart umkämpften IS-Hochburg im Nordirak müssen sie schon sehen, woher sie Lebensmittel bekommen. Nun ist die Versorgung mit Trinkwasser kollabiert.

Irak Mossul Zivilisten Wasserloch (picture-alliance/AA/H. Baban)

Im Zahra-Viertel Mossuls schöpfen Einwohner Wasser aus einem Loch an einer Straße

Mehr als eine halbe Million Menschen in der umkämpften nordirakischen Stadt Mossul leiden nach UN-Angaben unter akutem Wassermangel, weil die Versorgung unterbrochen worden ist. Mit Blick auf die anhaltenden Kämpfe zwischen irakischen und kurdischen Truppen mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sagte die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Irak, Lise Grande, die Bürger hätten "keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser mehr".

Kinder und Familien im Osten Mossuls seien in einer schrecklichen Situation, warnte auch das UN-Kinderhilfswerk UNICEF. Unklar ist jedoch, warum die Wasserversorgung unterbrochen wurde. Nach Angaben UNICEF wurde während der Offensive irakischer Sicherheitskräfte gegen den IS eine zentrale Wasserleitung zerstört, die im Gebiet unter Kontrolle der Extremisten liegt. Wegen der anhaltenden Gefechte konnte sie nicht repariert werden.

Aus anderen UN-Kreisen hieß es, ein Klärwerk sei zerstört worden. Einwohner aus Stadtteilen unter IS-Kontrolle wiederum berichteten, sie litten seit drei Wochen unter Mangel an Trinkwasser, weil die Miliz nach dem Vormarsch der irakischen Truppen die Pump- und Klärwerke abgestellt habe. Da die Trinkwasservorräte zu Ende gingen, drohe den Menschen ein "langsamer Tod", sagte eine Frau der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Die Dschihadisten unterbänden auch die Lieferung von Wasser aus anderen Stadtteilen. "Wir haben kein Wasser und keinen Strom", sagte der 25-jährige Einwohner Mohammed Chalil. "Wir trinken Brunnenwasser, aber das reicht nicht."

Vormarsch im Osten Mossuls

Irakische Regierungstruppen und kurdische Einheiten haben Mitte Oktober einen groß angelegten Angriff auf die Millionenstadt gestartet, um diese von den Terroristen zu befreien. Während die Armee und kurdische Einheiten vom Norden, Osten und Süden auf Mossul vorrücken, marschiert eine Koalition vom Iran unterstützter Schiiten-Gruppen vom Westen vor. Mittlerweile haben die Verbündeten nach Angaben von Kommandeuren der irakischen Armee rund zwei Fünftel des Ostteils der Stadt eingenommen. Die Kämpfe gehen aber weiter. Jets der US-geführten internationalen Koalition unterstützen die Offensive. Die Rückeroberung von Mossul gilt als entscheidender Wendepunkt auf dem Weg  zur Niederschlagung des IS. Dessen Anführer Abu Bakr al-Bagdadi hatte im Juli 2014 in Mossul ein sogenanntes Kalifat ausgerufen.

kle/rb (afp, dpa, rtr)