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Aktuell Europa

Moskauer Flughafenchef entlassen

Zunächst richtete sich die Anklage vor allem gegen den alkoholisierten Schneepflug-Fahrer. Nach dem Unfalltod von Total-Chef de Margerie auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo musste nun aber doch das Spitzenpersonal gehen.

Der tragische Tod des Chefs des Mineralölkonzerns Total, Christophe de Margerie, bei einem Flugzeugunfall in Moskau hat Konseqenzen: Flughafenchef Andrej Djakow und sein Stellvertreter Sergej Solnzew mussten zurücktreten. Ihr Rücktrittsgesuch sei angenommen worden, teilte der Airport Wnukowo mit. Zudem seien zwei Schichtleiter und der Chef der Rollfeldarbeiten suspendiert worden.

Die russische Ermittlungsbehörde hatte zuvor in dem Fall vier Flughafenmitarbeiter festgenommen. Einem Ingenieur, der für die Schneeräumarbeiten auf den Start- und Landebahnen verantwortlich ist, einem Flugleiter und zwei Fluglotsen werde vorgeworfen, die Sicherheit nicht gewährleistet zu haben, teilte Behördensprecher Wladimir Markin mit. Dies habe zu der Tragödie geführt. Die vier Verdächtigen wurden demnach verhört.

Der Privat-Jet vom Typ Falcon 50 des prominenten französischen Industriellen war am späten Montagabend bei dichtem Nebel mit einem fahrenden Schneepflug auf der Startbahn zusammengeprallt. Alle vier Insassen des Flugzeugs kamen ums Leben, darunter der Chef des Konzerns.

Der beschuldigte Schneepflugfahrer Wladimir Martynenko im Moskauer Gericht (foto: reuters)

Der beschuldigte Schneepflugfahrer Wladimir Martynenko im Moskauer Gericht

Für den Schneepflug-Fahrer beantragten die Ermittler Polizeigewahrsam, wie ein Moskauer Gericht mitteilte. Er war in den ersten Reaktionen zunächst zum Hauptverantwortlichen gestempelt worden. Dem Mann wird vorgeworfen, völlig betrunken auf die Startbahn gefahren zu sein. Sein Anwalt widerspricht den Ermittlern. Sein Mandant habe sich lediglich an die Anweisungen des Dienstleiters gehalten. Der Fahrer selbst hatte in einem Verhör eingeräumt, bei schlechter Sicht "die Orientierung verloren" zu haben.

Christophe de Margerie war treibende Kraft der Energiegeschäfte mit Russland und galt in Moskau als enger und loyaler Partner. Auch Kremlchef Wladimir Putin hatte den Topmanager als "wahren Freund Russlands" gewürdigt.

SC/mak (afp, dpa, rtr)