Moskau: Russen durch US-Luftangriff getötet | Aktuell Welt | DW | 15.02.2018
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Syrien

Moskau: Russen durch US-Luftangriff getötet

Bei dem US-Luftangriff vom 7. Februar sind in Ostsyrien mindestens fünf Russen getötet worden. Dies hat Moskau nun bestätigt. Beobachter vermuten hinter der russischen Zurückhaltung in der Sache einen bestimmten Grund.

Russlands Präsident Wladimir Putin spricht im Dezember auf einer syrischen Luftwaffenbasis zu russischen Soldaten (picture alliance/AP/POOL SPUTNIK KREMLIN/M. Klimentyev)

Russlands Präsident Wladimir Putin spricht im Dezember auf einer syrischen Luftwaffenbasis zu russischen Soldaten

Nach tagelangem Schweigen hat Russland den Tod mehrerer Landsleute durch Bomben der US-Luftwaffe in Syrien bestätigt. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sprach von "fünf Toten, die vermutlich russische Staatsbürger sind". Es handele sich aber nicht um russische Soldaten, sagte sie der Agentur Interfax zufolge. 

In dem Gefecht nahe der Stadt Dair as-Saur am 7. Februar hatte Medienberichten zufolge eine Truppe aus syrischen Milizen und russischen Söldnern eine Stellung der kurdisch geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) angegriffen. Die US-Luftwaffe wehrte den Angriff auf ihre Verbündeten ab, wobei nach Einschätzungen des US-Zentralkommandos etwa 100 Angreifer getötet wurden. 

Formal korrektes Dementi

Russland setzt vielen Belegen zufolge in Syrien neben regulären Soldaten auch Söldner einer Privattruppe ein, die unter dem Namen Wagner firmiert. Die bezahlten Kämpfer gehören nicht zur Armee, weshalb das Dementi des russischen Verteidigungsministeriums zu dem Vorfall vom 7. Februar formal korrekt ist. 

Russland hat stets dementiert, dass es die private Sicherheitsfirma einsetzt. Sacharowa sagte, dass Meldungen über mehrere Hundert russische Tote Desinformation seien. Russische Internet-Rechercheure und Medien haben bislang elf getötete Russen identifiziert.

"Großer Skandal"

"Das ist ein großer Skandal", kommentierte der russische Außenpolitikexperte Wladimir Frolow. Es sei seit dem Vietnamkrieg nicht mehr vorgekommen, dass amerikanische und russische Soldaten einander getötet hätten. Aber Moskau wolle den Fall vor der Präsidentenwahl am 18. März offenbar mit Schweigen übergehen, schrieb er für das Portal republic.ru. Der Militärexperte und Generaloberst Leonid Iwaschow warf den USA vor, der Angriff sei gezielt gewesen. 

stu/mm (dpa, rtr)