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Politik

Moskau hebt ab

Lange war es nur ein Hirngespinst staugeplagter Hauptstädter. Nun macht eine russische Firma Ernst: Wer wenig Zeit, aber reichlich Geld hat, nimmt in Moskau künftig einfach das Taxi - das Hubschraubertaxi.

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Wer einmal in Moskau war, wird sich, je nach Terminkalender, gewundert oder geärgert haben über die nicht enden wollenden Blechlawinen. Rush-Hour? Fehlanzeige! In der russischen Hauptstadt herrscht das Verkehrschaos Tag und Nacht. 24/7.

Und der Stau kann einen überall erwischen. Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Immer mehr Moskauer können sich inzwischen ein Auto leisten. Die Straßenbauer kommen mit diesem Trend nicht mit.

Mit dem "Heliexpress" zur Messe

Seit langem plante die Stadtführung deshalb, den Himmel über Moskau für den öffentlichen Nahverkehr zu erschließen. Hubschrauber sollten ganz Eilige befördern. Zu erschwinglichen Preisen, für umgerechnet 20 bis 30 Euro pro Billet. Es blieben Luftschlösser. Bis jetzt.

"Heliexpress" nennen sich die neuen Himmelstürmer. Sie feierten ihren Jungfernflug am vergangenen Wochenende. Die Hubschrauber des Unternehmens sollen die großen Flughäfen der Stadt untereinander und mit dem wichtigsten Messezentrum verbinden. Und auch wenn die Routen bislang außerhalb der Moskauer Ringautobahn verlaufen – der Luftraum über der Stadt bleibt aus Sicherheitsgründen gesperrt – dauert keine Strecke mit dem Helikopter-Taxi länger als 30 Minuten.

Innenstadt bleibt hubschrauberfrei

Umgerechnet gut 2000 US-Dollar muss der eilige Oligarch pro geflogener Stunde berappen, zuzüglich Start- und Landegebühren und Kerosinzuschlag, versteht sich. Das Geschäft lasse sich trotzdem gut an, verkündet die Unternehmensleitung, und gefragt sei der Luft-Express auch nach außerhalb, zu Moskaus Nachbarstädten und -regionen.

Noch attraktiver wäre der Service allerdings für geschäftige Leute innerhalb der Stadt selbst, heißt es in Businesskreisen. So manches Meeting muss wegen des Dauerstaus in Moskau vertagt werden.

Und auch für das Deutsche-Welle-Büro wäre der schnelle Hubschrauber-Shuttle die Rettung. Wie oft steckt der Reporter vor Wut rasend im Stau. Und nicht mal die nächste U-Bahnstation ist fußläufig zu erreichen. Doch noch ist der Luftraum über Moskau eben nicht komplett freigegeben.