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Aktuell Europa

Moskau bestätigt Tod von Topterrorist Umarow

Er galt als Russlands Staatsfeind Nummer eins: der tschetschenische Terroristenführer Doku Umarow. Mehrfach wurde er totgesagt. Nun ist er wohl tatsächlich nicht mehr am Leben. Einen Leichnam gibt es dennoch nicht.

Seit dem Jahr 2000 ist der Islamist immer wieder mal totgesagt worden, ohne dass es hierzu eine offizielle Erklärung gab. Jetzt aber bestätigte der russische Inlandsgeheimdienst FSB, dass der tschetschenische Topterrorist Doku Umarow nicht mehr lebt. Der "russische Bin Laden" sei bei einem Einsatz im ersten Quartal dieses Jahres "neutralisiert" worden, sagte FSB-Chef Alexander Bortnikow in Moskau. Einen genauen Zeitpunkt für den Tod nannte Bortnikow nicht. Auch einen Leichnam können die Behörden nicht vorweisen.

Nachfolger für Umarow bestimmt

Am 18. März hatte bereits eine Internet-Seite radikaler Islamisten aus dem Konfliktgebiet Nordkaukasus den "Märtyrertod" Umarows bekannt gegeben. Zu seinem Nachfolger sei der 42-jährige Aliaschab Kebekow (Scheich Ali Abu Muchammad) ernannt worden, hatte es weiter geheißen. In einer Videobotschaft umriss dieser anschließend seine künftige Strategie und erklärte, den "Dschihad" werde er weiterführen. Die russischen Behörden hatten seinerzeit die Mitteilung über den Tod Umarows nicht bestätigt.

Zum Rebellenführer stieg Umarow 2006 auf. Damals wurde er Nachfolger des von russischen Soldaten getöteten Abdul-Chalim Saidullajew. Umarow galt als Chef des selbst-proklamierten sogenannten Emirats des Kaukasus. Die gleichnamige Extremistengruppe kämpft für einen islamischen Gottesstaat im gesamten Kaukasusgebiet.

Für etliche Anschläge verantwortlich

Auf das Konto der Organisation gehen zahlreiche Anschläge in ganz Russland. So etwa die Geiselnahme in einer Schule in Beslan im Jahr 2004, bei der 330 Menschen getötet wurden. Oder die Anschläge auf den Moskauer Flughafen Domodedowo im Januar 2011 und die Moskauer U-Bahn im März 2010, bei denen insgesamt 77 Menschen getötet wurden. Die Extremisten sollen auch hinter drei Bombenanschlägen im südrussischen Wolgograd kurz vor den Olympischen Winterspielen in der Schwarzmeerstadt Sotschi stecken. Dabei wurden mindestens 40 Menschen getötet. In einem Internet-Video hatte Umarow im vergangenen Jahr zu Anschlägen auf die Spiele aufgerufen.

Tschetschenien ist mehrheitlich muslimisch geprägt und erklärte nach dem Ende der Sowjetunion seine Unabhängigkeit von Russland. Seit 1994 folgten zwei Kriege der Zentralregierung in Moskau gegen die Aufständischen im Nordkaukasus. Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts hat sich die tschetschenische Rebellion zunehmend auf die Nachbarrepubliken verlagert und sich in eine bewaffnete islamistische Bewegung verwandelt.

se/kle (dpa, afp, rtr)

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