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Musik

Moses war ein Superstar

Es ist Pop, es ist Klassik, es ist Unterhaltung und vor allem ist es ein gigantisches Musical: "Die Zehn Gebote" erleben auf der Ruhr 2010 ein Gospel-Revival und werden nebenher bestens vermarktet.

Bild zeigt hunderte von teilnehmenden Sängern Foto: Jan Tengeler

Regionalprobe eines Chors in Unna

Es ist ein Mammutprojekt, das hier in Dortmund über die Bühne gehen wird: 2500 Sängerinnen und Sänger, dazu über einhundert Musiker aus Orchester, Rockband und Solisten. Dieter Falks Mega-Projekt "Die Zehn Gebote" nennt er ein "Pop-Oratorium" - denn eigentlich hat er mehr mit Pop als mit Klassik zu tun. Er sitzt in der Jury von "Deutschland sucht den Superstar" und managt deutsche Schmuse-Pop-Gruppen und Interpreten wie Pur, Pe Werner und Karel Gott.

Der blonde Musikproduzent mit Faible für Volkslieder ist aber auch seit seiner Kindheit aktives Kirchenmitglied. Als ihn 2008 eine Abordnung der evangelischen Kirche besuchte, um ihn im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010 als Autor für ein großes Projekt zu gewinnen, sagte er zu. "Ein Thema, was mir da sofort ins Auge fiel war: die Zehn Gebote. Auch weil ich als Kind den alten Hollywoodschinken mit Charlton Heston als Moses geliebt habe und weil ich als gläubiger Christ diese tolle Geschichte aus dem Alten Testament so gestalten wollte, dass die ganze Familie unterhalten wird ."

Neuer Inhalt für Gospelfans

Porträt Dieter Falk Foto: Karlheinz Schindler, dpa

Musik im Blut - Dieter Falk, Produzent, Komponist und Arrangeur

Dieter Falk will unterhalten und weiß, dass die Begeisterung für Gospel im US-amerikanischen Stil auch in Deutschland groß ist. Aber auch die evangelische Kirche in Deutschland will mit dem Riesenprojekt "Die Zehn Gebote" den vielen Gospelchören einen neuen Inhalt geben. In Nordrhein-Westfalen sind seit Monaten 93 Chöre damit beschäftigt, die anspruchsvollen Passagen aus dem Werk von Dieter Falk einzuüben. Eigentlich sollte die Anzahl der Mitwirkenden auf 1000 Sängerinnen und Sänger begrenzt bleiben. Das Pop-Oratorium fand allerdings einen so großen Anklang, dass man schließlich bei 2500 Interpreten angekommen war. Die werden am 17. Januar vor restlos ausverkauftem Haus singen. Weil die Karten für diese Uraufführung innerhalb kurzer Zeit weg waren, wird nun auch noch die Generalprobe dementsprechend vermarktet.

Entertainment für die ganze Familie

Weitere große Aufführungen des Musicals sind in den kommenden Monaten geplant, später soll es dann auch auf einer regulären Bühne zu sehen sein. Eine entsprechend große Marketingmaschinerie ist angeworfen worden, um den "Zehn Geboten" die nötige Aufmerksamkeit zu bescheren. Dieter Falk ist sich sicher, dass sich die biblische Geschichte für so ein Riesenspektakel eignet. Dabei hätten er und die anderen Verantwortlichen großen Respekt vor der Geschichte des Alten Testaments, die keineswegs verfälscht werde. Er fügt aber hinzu: "Wir wollen auch ein großes Unterhaltungsstück bieten, allerdings soll es eine Botschaft haben. Die Botschaft ist die, dass da ein Gebot hängen bleibt, das alle subsumiert: das Gebot der Nächstenliebe." Deshalb heiße der finale Gospel auch: "Liebe ist das Gebot" und diese Aussage sei für jeden unterschreibbar.

Altes Testament und Neues Testament

Kleine Gruppe von Sängern Foto: Jan Tengeler

Gospel-Sänger: Mit Leib und Seele bei der Sache

In dem Musical "Die 10 Gebote" werden im Schnelldurchlauf Ereignisse aus dem zweiten Buch Mose des Alten Testaments dargestellt: Die Plagen, mit denen der Pharao überzogen wird, der Auszug der Israeliten aus Ägypten, die Flucht durch das Rote Meer und schließlich das Bündnis zwischen Gott und seinem Volk in Form der Zehn Gebote. Dieter Falk und sein Librettist Michael Kunze halten sich im Wesentlichen an die biblische Vorlage. Sie richten ihren Blick schließlich aber doch auf das, was die christliche Religion ausmacht. Und das kommt nicht von einem allzu oft als zornig, strafend und eifersüchtig verstandenen Gott der Israeliten, sagt Dieter Falk: "Man muss das im geschichtlichen Zusammenhang sehen. Das Alte Testament ist entstanden in einer Zeit, als Gott anders gesehen wurde. Durch das Neue Testament ist die Liebe Gottes, vermittelt durch Jesus Christus, in den Vordergrund gerückt."

Autor: Jan Tengeler

Redaktion: Klaus Krämer