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Afrika

Mosambik hebt Brotpreis-Erhöhung auf

Nach tagelangen Protesten hat die Regierung von Mosambik dem Druck nachgegeben und zugesagt, den Brotpreis nun doch nicht zu erhöhen. Die Vereinten Nationen warnen vor neuen Nahrungsmittelengpässen in armen Ländern.

Demonstation (Foto: AP)

In der Hauptstadt Maputo gingen Scheiben zu Bruch

Nur einen Tag, nachdem sie den Weizenpreis um 20 Prozent erhöht hat, vollzieht die Regierung von Mosambik eine Kehrtwende. Die Erhöhung werde mit sofortiger Wirkung aufgehoben, teilte der Minister für Planung und Gemeindewesen, Aiuba Cuereneia, nach einer Sitzung des Kabinetts am Dienstag (07.09.2010) mit. Auch das Wasser wird nicht teurer werden. Bleiben soll aber die Erhöhung des Strompreises.

Brot wird demnach künftig fünf Meticais (rund 11 Cents) kosten. Um den Brotpreis stabil zu halten, will die Regierung nun die Bäcker subventionieren. Dass die Getreidepreise gestiegen sind, hängt nach Ansicht der Regierung zum Teil mit den Bränden und der Dürre in Russland zusammen. Moskau hatte wegen der Naturkatastrophe alle Getreideexporte gestoppt. Mosambik produziert nur 30 Prozent seines Weizenbedarfs im eigenen Land, der Rest muss importiert werden.

Tagelange Unruhen

Demonstation (Foto: AP)

Die Polizei ging gewaltsam gegen Demonstranten vor

Die Aussicht auf höhere Brotpreise hatte in dem südostafrikanischen Land in den vergangenen Tagen zu wütenden Protesten der Bevölkerung geführt. Bei Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden nach Regierungsangaben 13 Menschen getötet. Mehr als 400 Menschen wurden verletzt, die Polizei nahm fast 300 Personen fest.

Nun müsse die Regierung an anderer Stelle sparen, sagte Cuereneia. Daher würden Bonuszahlungen für Vorstandsmitglieder öffentlicher Unternehmen ausgesetzt. Auch bestimmte Einfuhrzölle müssten steigen.

Neue Hungerunruhen?

Preiserhöhungen bei Nahrungsmitteln gibt es derzeit auch in anderen Ländern. Allein in den vergangenen zwei Monaten sind die Nahrungsmittelpreise weltweit um fünf Prozent gestiegen. Vor allem in armen Ländern der Welt drohen bei Preissteigerungen schnell Hungersnöte. Immer wieder kommt es daher zu gewaltsamen Protesten, so auch kürzlich in Ägypten, wo ein Mensch bei Unruhen ums Leben kam.

Die Vereinten Nationen warnten unterdessen vor neuen Nahrungsmittelengpässen. Nicht nur Naturkatastrophen seien dafür verantwortlich, sagte UN-Experte Olivier De Schutter: "Die Preissteigerungen wurden verschärft durch spekulative Geschäfte unregulierter Händler, und sie werden direkt an die Haushalte weitergegeben, die oftmals 60 bis 70 Prozent ihrer Einkommen für Nahrung ausgeben." Unruhen wie zuletzt in Mosambik müssten daher ein Weckruf für alle Regierungen weltweit sein.

Autor: Dirk Eckert (afp, apn, dapd, rtr)

Redaktion: Eleonore Uhlich

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