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Politik

Morgen kommt die Müllabfuhr

Moskau produziert im Jahr etwa drei Millionen Tonnen Müll, der unsortiert von zahlreichen Unternehmen aus der Stadt geschafft wird. Das Entsorgungsproblem ist auch in Russland kein Fremdwort mehr.

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Klappe auf, Mülltüte rein, Klappe zu. Küchenreste, Schokoladenpapier, Bierdosen und Batterien – die Abfälle verschwinden ungetrennt in den Müllschluckern der Treppenaufgänge von Moskaus Wohnhäusern. Ungetrennt landen sie dann auf Deponien rund um die Stadt. Über Jahre hinweg interessierte es niemanden, dass diese nur zum Teil genehmigt sind und kaum den gültigen Umwelt- und Sicherheitsstandards genügen.

Hilfe aus Bayern

Das Moskauer Umland leidet unter den Müllkippen und ihren giftigen Emissionen, so ist ein schnelles und konsequentes Vorgehen gefragt, um den Abfall möglichst umweltfreundlich zu deponieren. Nur fehlt hier das Geld. Trotzdem ist Besserung in Sicht. Konzepte zur Bewältigung der Müllberge wurden schon mit Hilfe westeuropäischer Länder erarbeitet, so dass nun Schritt für Schritt mit der Umsetzung begonnen werden kann. Aus Bayern wurde der Anstoß zum Bau von neuen Abfalldeponien gegeben, die deutschen und europäischen Standards in Sicherheit und Umweltschutz entsprechen.

Schwieriger als die Errichtung von Deponien gestaltet sich hingegen die Umstrukturierung des vorhandenen Müllabfuhrsystems, das aus einer Vielzahl von privaten und öffentlichen Unternehmen besteht. Diese müssen von einer zentralen Stelle koordiniert werden, um effektiv den Kampf gegen die riesigen Abfallmengen aufnehmen zu können.

Der Wodka und das Pfand

Die gleiche Stelle soll auch erste Schritte unternehmen, die die getrennte Erfassung des Mülls ermöglichen. Werden Glas von Papier, Plastik von Metall getrennt und wiederverwertet, könnte das Restmüllaufkommen, das letztendlich auf den Deponien landet um 500.000 Tonnen gesenkt werden. Bier- und Wodkaflaschen werden schon von Sammelstellen zurückgenommen, aber viele Moskauer nutzen diese nicht. Der Pfandpreis ist zu gering und der Weg zum Müllschlucker im Treppenaufgang bequemer.

Die bereits geleistete Aufklärungsarbeit in Sachen Mülltrennung und Umweltschutz war bisher zu dünn gesät. Um ein Müllentsorgungssystem nach europäischen Standards in Moskau einzuführen, müssen die Moskauer noch mehr zur Mitarbeit bewogen werden, denn modernste Deponien und eine gut organisierte Müllabfuhr allein, helfen nicht gegen den Müllnotstand.