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Aktuell Welt

Mordanschlag in Kabul soll Partnerschaft nicht belasten

Nach den tödlichen Schüssen auf zwei amerikanische Militärberater in Afghanistan bemühen sich Washington und Kabul um Schadensbegrenzung. Zu der Tat hatten sich die radikal-islamischen Taliban bekannt.

Die USA wollen auch nach der Tötung der beiden US-Militärberater in Kabul an der engen Partnerschaft mit Afghanistan festhalten. Die Vereinigten Staaten stünden weiterhin an der Seite der Regierung in Kabul und des afghanischen Volkes, hieß es aus Washington. Der afghanische Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak äußerte in einem Telefonat mit US-Verteidigungsminister Leon Panetta sein Bedauern über den mysteriösen Zwischenfall im afghanischen Innenministerium.

Ein Taliban-Sprecher teilte unterdessen mit, bei dem Täter handele es sich um einen Aufständischen namens Abdul Rahman. Er sei durch einen Helfer im Ministerium auf das streng gesicherte Gelände gelangt.

Bei weiteren gewaltsamen Protesten gegen die Koranverbrennung durch US-Soldaten in Afghanistan sind auch am Sonntag Menschen ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben starben ein US-Soldat und ein afghanischer Demonstrant, als eine aufgebrachte Menge in der nördlichen Provinz Kundus ein Lager der internationalen Schutztruppe Isaf stürmen wollte. Dabei hätten Demonstranten auch Handgranaten in das Lager geworfen. Weitere 6 US-Soldaten und 15 afghanische Polizisten seien verletzt worden.

ISAF zieht Konsequenzen

US-Präsident Barack Obama telefonierte nach Angaben des Weißen Hauses mit ISAF-Kommandeur John Allen und unterstützte dabei ausdrücklich "alle" von Allen getroffenen Maßnahmen, "um unsere Soldaten und die Zivilisten in Afghanistan zu schützen". Allen hatte zuvor entschieden, sämtliche NATO-Mitarbeiter aus afghanischen Ministerien abzuziehen.

In Afghanistan gibt es seit Tagen gewaltsame Proteste, nachdem bekannt geworden war, dass amerikansiche Soldaten auf dem Stützpunkt Bagram Koran-Exemplare verbrannt hatten. Nach Darstellung des US-Militärs handelte es sich um ein Versehen. Bei Zusammenstößen wurden seither rund 30 Menschen getötet. Auch eine Entschuldigung von Obama konnte die Gewalt nicht eindämmen. Der afghanische Staatspräsident Hamid Karsai mahnte eindringlich zur Ruhe und rief zum Dialog auf.

wa/gmf (afp, dpa, rtr, dapd)

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