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Amerika

Morales baut Beziehungen zu Moskau aus

Eine Woche nach der Ausweisung des US-Botschafters aus Bolivien wendet Präsident Morales den Blick Richtung Moskau: Der russische Gazprom-Konzern wird bald bolivianische Erdgasvorkommen erschließen.

Morales (Foto: AP)

Boliviens Präsident Morales hat es eilig, die Beziehungen zu Russland auszubauen

Präsident Evo Morales hat die Bedeutung guter Beziehungen zu Russland gewürdigt. Er bedauere, dass seine Regierung die Beziehungen zu Moskau nicht schon vor zwei Jahren ausgebaut habe. Deshalb sei es an der Zeit, dies nachzuholen. Er fügte hinzu, Bolivien werde sich um russische Hilfe bei der Entwicklung der Landwirtschaft, des Militärs und der Energieerschließung bemühen.

Gazprom an Erdgaserschließung beteiligt

Vertreter Boliviens vereinbarten am Donnerstag (18.09.2008) mit dem russischen Staatskonzern Gazprom und dem französischen Konzern Total, umfangreiche Erdgasvorkommen im Südosten Boliviens zu erschließen. Bolivien erhofft sich von dem Abkommen für das Erdgasfeld Azero Investitionen bis zu 4,5 Milliarden Dollar. Das Land hat nach Venezuela die zweitgrößten Erdgasvorkommen in Südamerika. Die Energiebranche ist seit 2006 verstaatlicht. In dieser Woche hatte Bolivien auch einen Anteil von 25 Prozent an der Pipeline-Gesellschaft Transredes übernommen und den Staatsanteil damit auf 75 Prozent erhöht; Verkäufer war die Royal Dutch Shell. Über die Leitungen der Transredes geht das Erdgas nach Brasilien und Argentinien, die größten Energieabnehmer Boliviens.

Gespräche über innerbolivianische Umverteilung

Im innerbolivianischen Streit über die künftige Verteilung von Steuern aus der Erdgas- und Ölförderung haben Morales und die konservative Opposition unterdessen Gespräche über einen Ausweg aus der Staatskrise aufgenommen. Zentrale Themen der Verhandlungen, die am Donnerstag in der Großstadt Cochabamba stattfanden, sind auch die Zukunft des Verfassungsprojekts von Morales und die Autonomiestatuten der bolivianischen Provinzen. Der Staatschef will, dass die wirtschaftlich stärkeren Provinzen im Osten und Süden stärker zur Unterstützung der verarmten indigenen Mehrheit im westlichen Hochland herangezogen werden. Das lehnen die betroffenen Provinzen entschieden ab. Bei Unruhen waren in der vergangenen Woche mindestens 20 Bolivianer getötet worden. (hp)

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