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Politik

Moores Predigt zu den Bekehrten

Michael Moore hat ein Ziel: Mit seinem Film "Fahrenheit 9/11" will er die Abwahl von Präsident Bush befördern. Doch einer US-Studie zufolge sehen sich ohnehin fast nur erklärte Bush-Gegner den Streifen an.

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Erfolgreich an der Kinokasse, wirkungslos an der Wahlurne: Michael Moore


Seit nunmehr sechs Wochen bricht die Anti-Bush-Dokumentation des amerikanischen Filmemachers Michael Moore in den USA alle Rekorde. Über 100 Millionen Dollar hat der Dokumentarfilm, der sich kritisch mit dem Irak-Krieg auseinandersetzt, schon an der Kinokasse eingespielt.

Anders als frühere Filme Moores, die im wesentlichen einem städtischen Publikum in den großen US-Metropolen vorbehalten blieben, läuft "Fahrenheit 9/11" landauf, landab in über 2000 amerikanischen Lichtspielhäusern.

Moore will, dass Bush geht

Dabei macht Michael Moore aus seiner politischen Agenda keinen Hehl: Fahrenheit 9/11 soll mit dazu beitragen, dass Präsident Bush im November abgewählt wird. "Ich hoffe der Film trägt dazu bei, dass die Leute wählen. In den USA gehen fast 50 Prozent der Menschen nicht wählen", so Moore. "Ich würde mir wünschen, dass diese Leute endlich am demokratischen Prozess teilnehmen und wenn dieser Film dazu einen Beitrag leistet, umso besser."

Die Hoffnung Moores, sein Film würde sich in Anti-Bush-Stimmen niederschlagen, scheint jedoch verfehlt. Einer Umfrage zufolge wird der Film trotz seines rekordbrechenden Erfolges keine Auswirkungen auf den US-Präsidentschaftswahlkampf haben.


Kinobesucher denken wie Moore

Denn nach einer Erhebung der Universität von Pennsylvania sind fast neun von zehn Kinobesuchern ohnehin nicht mit der Politik des von Regisseur Michael Moore harsch kritisierten US-Präsidenten einverstanden. Nur 13 Prozent der rund 5000 befragten Kinogänger stimmten Bushs Amtsführung zu.

Auch auf die Wahlentscheidung scheint die Anti-Bush-Satire kaum eine Auswirkung zu haben, so das Ergebnis der Umfrage. "Ich bin der Meinung, Bush sollte gefeuert werden. Das habe ich aber auch schon gedacht bevor ich den Film gesehen habe, obwohl ich Republikaner bin", sagte ein Kinobesucher in Washington. Ein anderer meint: "Meine Wahlentscheidung habe ich schon vor langer Zeit getroffen, wenn man in einen solchen Film geht, hat man sich schon entschieden."


Film ist in USA Kassenschlager


Ob mit oder ohne politische Folgen - kommerziell ist der Film schon jetzt ein ungeahnter Erfolg. "Fahrenheit 9/11" hat in sechs Wochen in den USA 109 Millionen Dollar eingespielt, mehr als jeder Dokumentarfilm zuvor. "Ich bin total perplex. Ich kann diese Zahlen kaum glauben", so der Filmemacher.

Michael Moore wird jedoch erst zufrieden sein, wenn Bush am November die Wahl verliert. Auch wenn der Filmemacher damit sein erfolgreichstes Satireobjekt verlieren würde.

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