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Amtsantritt in Südkorea

Moon verspricht ein "neues Korea"

Südkoreas frisch gewählter Präsident will Frieden mit dem rabiaten Nachbarn im Norden. Grundsätzlich könne er dafür auch nach Nordkorea reisen, sagte Moon Jae In. Der Kontrast zum US-Präsidenten könnte größer kaum sein.

"Ich werde alles tun was ich kann, um Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu schaffen", sagte Moon Jae In vor dem Parlament unmittelbar nach seiner Vereidigung als Staatsoberhaupt. Er wolle die derzeitigen "Herausforderungen für die Sicherheit" lösen und werde - wenn nötig - direkt nach Washington fliegen sowie Peking und Tokio besuchen. Auch werde er "unter den richtigen Bedingungen" nach Pjöngjang reisen, sagte der linksliberale Politiker vor den Abgeordneten in Seoul. Er wolle ein "neues Korea" schaffen, betonte Moon bei der Vereidigungszeremonie.

Ferner werde er "ernsthafte Verhandlungen" mit den USA und China über die umstrittene Stationierung des US-Raketenabwehrsystems THAAD in seinem Land führen. Peking hatte erbost auf den Aufbau des Systems reagiert. Zwar kündigte Moon an, die Allianz mit dem engsten Verbündeten Washington "weiter stärken" zu wollen, doch seine Rede steht in starkem Kontrast zur Rhetorik von US-Präsident Donald Trump. Der hat seit seinem Amtsantritt im Januar stetig den Druck auf Pjöngjang erhöht. Seine Regierung schließt ein militärisches Vorgehen wegen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms nicht aus.

USA rechnen mit "schwankenden" Beziehungen

Abwartend fielen denn auch die ersten Reaktionen in Washington auf den Neuen in Seoul aus. Grundsätzlich sei das Bündnis zu Südkorea nicht in Gefahr. So werde sich an der Allianz im Wesentlichen wohl nichts ändern, hieß es aus Regierungskreisen. Allerdings seien im Verhältnis zwischen Washington und Seoul künftig gewisse Schwankungen möglich.

Mit großem Vorsprung hatte Moon die Präsidentschaftswahl in Südkorea am Dienstag gewonnen und damit nach neun Jahren konservativer Regierungen einen Machtwechsel vollzogen. Die Wahl wurde durch die Amtsenthebung von Moons Vorgängerin Park Geun Hye vor zwei Monaten wegen Korruptionsvorwürfen vorgezogen. 

"Schnelle Rückkehr zu normaler Regierung"

Moon ist der Sohn nordkoreanischer Flüchtlinge und ein ehemaliger Menschenrechtsanwalt. Er befürwortet einen Dialog mit dem Nachbarn im Norden. Formal befinden sich Süd- und Nordkorea noch immer im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde.

Unmittelbar nach seiner Amtseinführung hat der neue Präsident den künftigen Regierungschef nominiert sowie den neuen Chef des Geheimdienstes NIS ernannt. Ministerpräsident soll demnach der Provinzgouverneur Lee Nak Yon werden. Moon mahnte in Seoul eine schnelle Rückkehr zu einer normalen Regierung an und bat das Parlament, der Nominierung seines Kandidaten zuzustimmen. Den staatlichen Aufklärungsdienst soll der langjährige Geheimdienstbeamte Suh Hoon leiten.

rb/sti (afp, ap, dpa, rtr)

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