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Aktuell Deutschland

Monumentale Kiefer-Schau in Bonn

Es sind tonnenschwere Skulpturen und großformatige Gemälde: Die Bundeskunsthalle zeigt 24 Werke Anselm Kiefers.

Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt von diesem Mittwoch an eine umfassende Werkschau Anselm Kiefers. Der 1945 geborene Maler und Bildhauer sei einer der international am meisten beachteten deutschen Künstler, sagte Intendant Robert Fleck in Bonn.

Unter dem Titel "Am Anfang. Anselm Kiefer" sind bis zum 16. September 24 Werke aus den Jahren 1978 bis 2012 aus der privaten Sammlung von Hans Grothe zu sehen. Kiefer gilt nach Gerhard Richter als der weltweit am meisten gesammelte lebende deutsche Künstler. Nach Flecks Angaben zeigt die Bundeskunsthalle die erste Überblicksausstellung über Kiefers Werk in Deutschland seit 30 Jahren.

#video#Im Zentrum von Kiefers Werk steht die Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit und dem Erinnern. In den USA wurde er für die Aufarbeitung des Holocaust durch seine Bilder bekannt. Die zerstörerische Vergangenheit des Krieges spiegelt er in düsteren Landschaften und zerfallenden Bauwerken wieder, aus denen jedoch oftmals Pflanzenteile wie ein Zeichen der Hoffnung herausragen. Mit Hilfe von dick aufgetragenen Farbschichten, Erde, Blei, Lack, Pflanzen, Kleidung und Haaren greifen Kiefers Bilder über den zweidimensionalen Raum hinaus.

Während der Vorbereitung hatte die Ausstellung Kritik geerntet, weil sie sich allein auf den Bestand der privaten Sammlung Grothe stützt. Fleck verteidigte allerdings die Zusammenarbeit mit dem Sammler: Die Sammlung sei weltweit das größte und repräsentativste Konvolut der Werke Kiefers.

Betonplatten und Stahlträger

Zu sehen ist auch die Skulptur "Merkaba" (siehe Foto oben), benannt nach dem Thronwagen aus der Vision des Propheten Ezechiel. Bei Kiefer besteht er aus gezackten, aufeinandergestapelten Betonplatten, aus denen rostige Stahlträger ragen. Ein oben aufliegendes Bleibuch verkörpert das Buch Ezechiel.

Das Werk hätte wegen seines Gewichts selbst die Bundeskunsthalle fast überfordert. Der Boden musste von unten abgestützt werden, um die gewichtige Skulptur halten zu können.

mm/wl (dpa, epd)