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Aktuell Europa

Monti warnt Berlin vor Eigentor

Hollande bei Merkel, Samaras bei Merkel und Hollande - ein Treffen zur Euro-Krise jagt das nächste. Jetzt ist der italienische Ministerpräsident Monti zu einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel nach Berlin gekommen.

Vor seinem Besuch im Kanzleramt machte sich Mario Monti erneut für den Kauf von Staatsanleihen kriselnder Eurostaaten durch die Europäische Zentralbank, EZB, stark und warnte Deutschland in diesem Zusammenhang davor, in der Schuldenkrise ein Eigentor zu schießen.

"Inflationsgefahr in Deutschland"

Dazu könne es kommen, wenn die EZB davon abgehalten werde, auf dem Markt für Staatsanleihen zu intervenieren um die Unterschiede bei den Zinsen abzumildern, sagte Monti der italienischen Tageszeitung "Il Sole 24 Ore". Diese Ungleichgewichte seien für Italien eine ernsthafte Angelegenheit, erklärte Monti. "Sie sind aber auch ein Risiko für Länder, die scheinbar davon profitieren." So sehe sich Deutschland mit steigendem Inflationsdruck konfrontiert.

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Italien: Mit Selbstbewusstsein aus der Krise?

Das unter Wachstumsschwäche, hoher Verschuldung und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit leidende Italien steht trotz eines tiefgreifenden Reformprogramms weiterhin unter dem Druck der Finanzmärkte. Erträgliche Zinsen für ihre Staatsanleihen sind für die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone von zentraler Bedeutung. Bundesfinanzminister Wolfgsang Schäuble muss für Bundesanleihen derzeit nur Mini-Renditen bieten.

EZB-Chef weist Kritik zurück

Die Bundesbank und Teile von Politik und Öffentlichkeit stehen dem von EZB-Präsident Mario Draghi angekündigten Aufkauf von Staatsanleihen zur Senkung ablehnend gegenüber.

In einem vorab veröffentlichten Beitrag für die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit" verteidigte Draghi seine Krisenpolitik. Die EZB müsse auf die Störung an den Finanzmärkten reagieren, betonte der Notenbankchef: "Wenn an den Kapitalmärkten Angst und Irrationalität vorherrschen, wenn sich der gemeinsame Finanzmarkt wieder entlang der Ländergrenzen aufspaltet, dann erreicht das geldpolitische Signal der EZB nicht alle Bürger der Euro-Zone gleichermaßen." Deshalb müsse die Zentralbank eingreifen, um Preisstabilität zu gewährleisten: "Dies kann hin und wieder außergewöhnliche Maßnahmen erfordern", erklärte Draghi.

wl/uh (dpa, rtr, dapd)

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