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Fokus Osteuropa

Montenegros Adriaküste bietet attraktive Immobilienanlagen

Montenegros Küste ist unter Ausländern beliebt. Doch die wachsende Nachfrage nach Immobilien beunruhigt so manchen Einheimischen und weckt die Furcht vor einem Ausverkauf. Zumal unklar ist, wohin die Einnahmen fließen.

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Alles zu verkaufen?

Serben sind die häufigsten Eigentümer von Häusern oder Wohnungen an der montenegrinischen Adriaküste, gefolgt von Russen und an dritter Stelle den Briten, die erst seit kurzem Montenegro für sich entdeckt haben. Die Preise auf dem Immobilienmarkt ändern sich täglich, aber im Allgemeinen gilt auch weiterhin, dass ein Quadratmeter Boden an der Küste für 300 bis 500 Euro erworben werden kann und der Quadratmeter eines Hauses bzw. einer Wohnung für bis zu 3.000 Euro zu haben ist. Die größte Nachfrage nach Immobilien ist in der Bucht Boka Kotorska. Viel niedriger ist die Nachfrage nach Häusern und Grundstücken in Bar und Umgebung, wo es aber das größte Anbot gibt. Dort verkaufen insbesondere viele Serben. Immobilienmaklern zufolge kostet der Quadratmeter bei Wohnungen oder Häusern zwischen 600 und 800 Euro. Ihren Schätzungen nach werden aber auch dort die Preise stetig steigen.

Furcht vor Ausverkauf

Die Prozedur für den Kauf von Häusern und Wohnungen ist in Montenegro sehr einfach. Zudem werden keine Unterschiede zwischen In- und Ausländern gemacht. Nach dem geltenden Gesetz können Grundstücke allerdings nur von juristischen Personen gekauft werden. Im September soll dem neuen Parlament jedoch ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, nach dem diese Einschränkung aufgehoben werden soll. Wirtschaftsanalyst Predrag Drecun hält dieses Gesetz für das kleine Montenegro für sehr gefährlich. "Es kann passieren, dass Montenegro katasteramtliches Eigentum von Ausländern wird, hinter denen unvermeidlich auch politische Interessen stehen", so Drecun. Seiner Meinung nach muss dringend ein Gesetz erlassen werden, dass Ausländern zwar ermöglicht zwar Häuser oder Wohnungen zu besitzen, aber nicht die Grundstücke. "Da sie aber erwarten, dass bald ein solches Gesetz verabschiedet wird, kaufen sie nun vermehrt."

Günstige Preise locken

Die Russen waren unter den ersten an der montenegrinischen Küste. Bis jetzt haben sie zahlreiche Hotels entlang der Küste gekauft. Drei Luxushotels und ein Dorf haben sie auf der Halbinsel Lustica bei Herceg Novi gebaut. Über der Hotelinsel Sveti Stefan bauen sie ein russisches Dorf. EU-Bürger interessieren sich seit zwei Jahren für Immobilien und ihr Interesse reißt offenbar nicht ab. Einer der Gründe dafür ist auch, dass Immobilien in Montenegro rund 30 Prozent günstiger sind als im benachbarten Kroatien. So folgen dem Beispiel der EU-Bürger auch Kroaten und kaufen in Montenegro Immobilien.

Die Montenegriner indes wissen sehr wenig über den Verbleib des Geldes, das der Staat durch den Verkauf von Immobilien und Grundstücke an Ausländer einnimmt. Bekannt ist lediglich, dass von den gesamten Auslandsinvestitionen im vergangenen Jahr 70 Millionen auf den Kauf von Immobilien entfielen.

Vesna Rajkovic, Podgorica
DW-RADIO/Serbisch, 22.8.2006, Fokus Ost-Südost