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Militärallianz

Montenegro wird NATO-Mitglied

Erstmals seit acht Jahren wächst die NATO wieder. Der kleine Balkanstaat Montenegro wird als 29. Mitglied in das Verteidigungsbündnis aufgenommen.

Bei dem NATO-Treffen in Brüssel ist das kleine Land an der Adria bereits praktisch als Mitglied dabei, obwohl der Beitrittsprozess noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Die Aufnahmeverhandlungen sollen voraussichtlich am 5. Juni abgeschlossen sein. Das Balkanland könne wahrscheinlich zu diesem Termin alle geforderten Dokumente in Washington hinterlegen, sagte ein NATO-Vertreter am Rande des Bündnisgipfels in Brüssel. Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte an, er werde dann nach Washington reisen. Er betonte, der Beitritt zeige, "dass die Tür der NATO offen ist".

Es fehlt nur noch das Ja aus Den Haag

Montenegros Parlament hatte den Beitritt Ende April trotz Protesten der pro-russischen Opposition abschließend gebilligt. Bei den NATO-Staaten fehlen nur noch die Niederlande, dort wird die Ratifizierung am 1. Juni erwartet. Stoltenberg kann Montenegro dann offiziell zum Beitritt auffordern.

Die geplante Mitgliedschaft hatte in den vergangenen Jahren die wegen der Ukraine-Krise ohnehin vorhandene Spannungen zwischen der NATO und Russland weiter verstärkt. Moskau hat die Allianz mehrfach davor gewarnt, den Kleinstaat, der aus dem zerfallenen Jugoslawien hervorgegangen ist, aufzunehmen. Der Kreml drohte mit "Gegenmaßnahmen".

Grollen in Moskau

Moskau sieht den stetigen Erweiterungskurs des westlichen Militärbündnisses in seinem ehemaligen Einflussgebiet generell mit Misstrauen. Seit Ende des Kalten Krieges hat die Allianz zwölf neue Mitglieder insbesondere aus Osteuropa aufgenommen. Zuletzt wurde das Bündnis im Jahr 2009 um Kroatien und Albanien erweitert.

Mit Montenegro, dessen Armee nur 2000 Soldaten umfasst, würde auch die östliche Küstenlinie an der Adria vollständig NATO-Gebiet. Das Land mit 630.000 Einwohnern hatte sich 2006 von Serbien abgespalten. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung sind orthodoxe Christen. Es gibt enge Verbindungen zu Russland. Der kleine Balkan-Staat galt lange Zeit als enger Verbündeter Moskaus. 

haz/qu (ap, afp)