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Nachrichten

Montag, den 29. Mai 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

JAKARTA: Zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Java sind erste Hilfsflüge der Vereinten Nationen und anderer Organisationen eingetroffen. Nach dem Beben vom Sonnabend hatte die Armee unermüdlich an der Reparatur des Flughafens der Provinzhauptstadt Yogyakarta gearbeitet. Dort und in der weitgehend zerstörten Stadt Bantul warten Überlebende vor allem auf Zelte, Wasser, Nahrungsmittel und Medikamente. Zehntausende verbrachten aus Angst vor weiteren Beben die Nacht im Freien. Nach Schätzungen von UNICEF wurden über 100.000 Menschen obdachlos, rund 40 Prozent von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Die offizielle Zahl der Todesopfer stieg auf mehr als 5.100. Die Regierung rief den Notstand für die Region aus.

DILI: Nach den Ausschreitungen vom Wochenende hat der Präsident von Osttimor, Xanana Gusmao, die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. Der Präsident sprach in einer Pause während der Krisensitzung, zu der er mit Regierungschef Mari Alkatiri zusammengekommen war. Zuvor hatten hunderte Demonstranten den Rücktritt Alkatiris gefordert. Sie machen ihn für das Chaos in der Hauptstadt Dili verantwortlich. Regierungstreue Truppen und aufständische Soldaten liefern sich bereits seit Tagen blutige Gefechte. Am Wochenende griffen die Unruhen auf verfeindete Jugendbanden aus dem Ost- beziehungsweise Westteil des Landes über. Die bewaffneten Banden zogen durch Dili, setzten Autos und Häuser in Brand und bedrohten sich gegenseitig.

BERLIN: Union und SPD wollen ihren Streit über die steigenden Kosten der Arbeitsmarktreformen entschärfen. Im Koalitionsausschuss einigten sie sich darauf, Nachbesserungen in mehreren Punkten zu prüfen. Dazu gehören auch die Korrekturen, die zur Zeit im Finanz- und Arbeitsministerium erarbeitet werden. Die SPD lehnte jedoch Forderungen der Union nach massiven Leistungskürzungen für Langzeitarbeitslose und einer vollständigen Überarbeitung der Hartz-IV-Gesetze ab. SPD-Chef Kurt Beck widersprach zudem Darstellungen, wonach die Kosten der Arbeitsmarktreformen in allen Bereichen aus dem Ruder liefen. Dies seien Horrormeldungen.

NÜRNBERG: Mit Betriebsbesuchen und Telefonaktionen will die Bundesagentur für Arbeit am heutigen Tag des Ausbildungsplatzes zusätzliche Lehrstellen einwerben. Ziel sei es, jedem befähigten Jugendlichen ein Ausbildungs- oder Qualifizierungsangebot zu machen, teilte die BA in Nürnberg mit. In den Vorjahren waren bei ähnlichen Aktionen mehr als 10.000 Lehrstellen zusammengekommen. Nach Befürchtungen der Bundesregierung könnten im Herbst mehr als 30.000 Jugendliche ohne Lehrstelle dastehen, wenn Betriebe in den nächsten Monaten ihr Angebot nicht deutlich erhöhen.

NÜRNBERG: Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich im Mai weiter verbessert und ist so auf den höchsten Stand seit Ende 2001 gestiegen. Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen habe sogar Rekordniveau erreicht, berichtet die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung, GfK. Zunehmend mache sich unter den deutschen Verbrauchern Konjunkturoptimismus breit. Außerdem rechneten viele westdeutsche Haushalte mit steigenden Einkommen. Der Konsumklimaindex der GfK stieg von 5,8 auf 6,8 Punkte.

WARSCHAU: Papst Benedikt XVI. hat im früheren Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau um Vergebung und Versöhnung gebeten und die Verbrechen der deutschen Nationalsozialisten scharf verurteilt. An diesem Ort des Grauens könne eigentlich nur erschüttertes Schweigen stehen, sagte der Papst am Denkmal für die Opfer des Nazi-Terrors. Es sei schwer und bedrückend an diesem Ort zu sprechen, insbesondere für einen Papst, der aus Deutschland komme. In Auschwitz waren mehr als eine Million Menschen ermordet worden, die meisten von ihnen Juden. Zuvor hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche mit fast einer Million Gläubigen im Krakauer-Blonie Park die Messe gefeiert. - Inzwischen hat der Papst seinen Polenbesuch beendet und ist nach Rom zurückgekehrt.

KABUL: Ausgelöst durch einen Verkehrsunfall ist es in der afghanischen Hauptstadt zu schweren Ausschreitungen gegen amerikanische Soldaten und afghanische Sicherheitskräfte gekommen. Der Konvoi der Soldaten war in einen Unfall geraten, bei dem nach Militärangaben ein Mensch getötet und sechs verletzt wurden. Laut Augenzeugen hatten empörte Passanten die Soldaten daraufhin mit Steinen beworfen und umstehende Polizeifahrzeuge in Brand gesetzt. Polizisten versuchten anschließend die Menge mit Schüssen zu zerstreuen. Auch dabei soll es mehrere Tote gegeben haben.

RAMALLAH: Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat die radikal-islamische Hamas nochmals ultimativ aufgefordert, einen Palästinenserstaat an der Seite Israels zu akzeptieren. Nach einem mehrstündigen Gespräch mit Vertretern aller Palästinensergruppen in Ramallah sagte Abbas, sein am Donnerstag ausgesprochenes Ultimatum von zehn Tagen gelte weiter. Falls die Frist verstreichen sollte, werde er eine Volksabstimmung ansetzen über das Papier, das von in Israel inhaftierten Palästinenserführern erarbeitet worden sei. Der Plan sieht einen palästinensischen Staat im Gazastreifen und im Westjordanland vor und spricht sich für Friedensverhandlungen mit Israel aus.

CANNES: Der britische Regisseur Ken Loach ist mit der Goldenen Palme der Internationalen Filmfestspiele in Cannes geehrt worden. Loach bekam die Auszeichnung für sein Drama 'The Wind That Shakes The Barley', das in den 20er Jahren im vom Bürgerkrieg zerrissenen Irland spielt. Der Grand Prix der Jury, der als zweiter Preis des Festivals gilt, ging an den Franzosen Bruno Dumont für sein wortkarges Drama 'Flandres'. Der Film widmet sich der Verbindung zwischen Krieg und Männlichkeit und verbindet Mangel an Kommunikation mit Gewalt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden Dauerregen, im Norden gewittrige Schauer, örtlich Graupel. Höchstwerte 11 bis 16 Grad.

Am Vormittag meldeten bei bedecktem Himmel:

Hamburg, Berlin und Frankurt am Main: 12°;
Dresden und Köln: 11°,
sowie München: 11°, und leichten Regen.

  • Datum 29.05.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8XW1
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