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Nachrichten

Montag, den 22. Mai 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

PEKING: Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Beziehungen zu China auf allen Ebenen ausbauen und dabei einen stärkeren Akzent auf die Menschenrechte setzen. Nach einem Treffen mit der chinesischen Staats- und Parteiführung kündigte sie zum Auftakt ihres Besuchs in Peking an, dass sie auch in Zukunft Menschenrechtsfragen offen ansprechen werde. Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao sicherte zu, den Schutz des geistigen Eigentums an deutscher Hochtechnologie zu gewährleisten. Die deutsche Wirtschaft hatte zuletzt häufig über Produktpiraterie geklagt. In Peking wurden 19 bilaterale Verträge unterzeichnet, darunter eine Vereinbarung über die Produktion von 500 Siemens-Lokomotiven für China. Die Verhandlungen über eine Verlängerung der Transrapid-Strecke kamen dagegen nicht voran.

PARIS: Die New Yorker Börse 'New York Stock Exchange' hat der Vierländerbörse Euronext eine Fusion vorgeschlagen. Dies wurde in Paris mitgeteilt. Danach summiert sich das New Yorker Angebot an die Aktionäre von Euronext auf insgesamt gut zehn Milliarden Dollar. Auf diese Weise würde bei einem Wert von 21 Milliarden Dollar die größte Handelsplattform der Welt und zugleich die erste transatlantische Börse geschaffen. Mit dem Angebot dürfte die 'New York Stock Exchange' nach Ansicht von Experten die Deutsche Börse aus dem Rennen werfen. Sie wirbt ebenfalls seit mehreren Wochen um eine Fusion. Euronext betreibt die Handelsplätze Paris, Brüssel, Amsterdam und Lissabon.

KABUL: Bei Luftangriffen von US-Einheiten auf ein Dorf im Süden von Afghanistan sind rund 50 Menschen getötet worden. Dabei handelte es sich amerikanischen Armeeangaben zufolge um Taliban-Kämpfer. Augenzeugen in der betroffenen Provinz Kandahar berichteten dagegen, dass unter den Opfern auch Zivilisten seien. Südafghanistan wurde in den vergangenen Tagen von den blutigsten Kämpfen seit Monaten erschüttert. Dabei starben allein seit Mittwoch mehr als 200 Menschen.

PODGORICA: Montenegro hat sich in der Volksabstimmung vom Sonntag offenbar mit hauchdünner Mehrheit für die Unabhängigkeit von Serbien ausgesprochen. 55,5 Prozent der Wähler hätten für eine Loslösung votiert, teilte Montenegros Ministerpräsident Milo Djukanovic in der Hauptstadt Podgorica mit. Er stützte sich dabei auf nichtamtliche Zahlen. Das pro-serbische Lager erkennt diese allerdings nicht an und will auf das amtliche Endergebnis warten, das am Vormittag bekannt gegeben werden soll. Nach den Vorgaben der Europäischen Union müssen sich mindestens 55 Prozent der Montenegriner für die Unabhängigkeit von Serbien aussprechen, um dieses Ziel auch zu erreichen.

NIKOSIA: In der Republik Zypern sind die Präsident Tassos Papadopoulos stützenden Parteien als Sieger aus der Parlamentswahl hervorgegangen. Nach dem amtlichen Endergebnis erhielten die Kommunisten gut 31 Prozent, die Demokratische Partei von Papadopoulos konnte sich auf knapp 18 Prozent steigern. Damit wurde die Mehrheit der Türkei-kritischen Kräfte im griechischen Teils Zyperns bestätigt. Papadopoulos ist gegen einen EU-Beitritt der Türkei. Die oppositionellen Konservativen kamen bei der Abstimmung auf gut 30 Prozent.

BAGDAD: Der britische Premierminister Tony Blair ist zu einem Kurzbesuch in Bagdad eingetroffen. Blair will hier mit dem neuen irakischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki zusammenkommen. Dabei dürfte vor allem die Frage nach einem Termin für den Abzug der ausländischen Truppen aus dem Irak erörtert werden. Die britische Außenministerin Margaret Beckett hatte am Sonntag Erwartungen an einen schnellen Abzug der Truppen gedämpft.

HANNOVER: Im Tarifkonflikt zwischen Ärzten und öffentlichen Arbeitgebern droht nach den Universitätskliniken nun auch den 700 kommunalen Krankenhäusern in Deutschland ein langer Arbeitskampf. Vor der fünften Gesprächsrunde an diesem Montag in Hannover schloss der Ärzteverband Marburger Bund Streiks nicht aus. Sollte es keine Fortschritte geben, stehe ein harter Arbeitskampf bevor, sagte ein Sprecher. Auch bei den 70.000 Ärzten an den kommunalen Kliniken sei die Unzufriedenheit wegen vieler Bereitschaftsdienste und Überstunden groß. - Im Streit mit den Ländern begrenzen die Ärzte der Universitätskliniken ihre Streiks auf Baden-Württemberg. An anderen deutschen Kliniken gibt es dagegen eine Streikpause, um verschobene Operationen nachzuholen.

BERLIN: Nach dem rassistisch motivierten Überfall auf einen Berliner Abgeordneten befürchten Politiker von CDU/CSU und FDP einen Imageschaden für die Fußball-Weltmeisterschaft. Die Gefahr, die vom Rechtsextremismus ausgehe, dürfe gleichwohl nicht verschwiegen werden, sagte der Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach der 'Berliner Zeitung'. Bosbach hielt der Polizei Defizite im Vorgehen gegen rechte Gewalt vor. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) kündigte mit Blick auf die WM an, es werde alles getan, dass Fans und Touristen nichts passiere. Am Freitagabend war der türkischstämmige PDS-Politiker Giyasettin Sayan vermutlich von Rechtsextremisten in Berlin schwer verletzt worden.

BERLIN: Zum Internationalen PEN-Kongress werden an diesem Montag in Berlin rund 400 Autoren aus aller Welt erwartet. Das Treffen der Schriftstellervereinigung steht in diesem Jahr unter dem Motto "Schreiben in friedloser Welt". Es ist der erste internationale PEN-Kongress in Deutschland seit 20 Jahren. - Im Vorfeld des Kongresses zeigte sich der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Johano Strasser, besorgt über die zunehmende Unterdrückung der Meinungsfreiheit in vielen Teilen der Welt. Dies gelte für China und Vietnam, für große Teile Afrikas sowie für einige Staaten Lateinamerikas und Zentralasiens.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordwesthälfte kräftige Schauer und Gewitter. Im Osten und Südosten zunächst heiter, später auch hier Regen und Gewitter. Höchstwerte zwischen 16 Grad im Nordwesten und 30 Grad in Südbayern.