1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 9. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEW YORK: Die Weltbank hat vor einer globalen Rezession gewarnt. Nach einer Prognose rechnet die Organisation angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise mit einem Rückgang der Industrieproduktion um 15 Prozent. Der Welthandel werde auf den tiefsten Stand seit 80 Jahren fallen. Besonders betroffen seien die Entwicklungsländer. Hier rechnet die Weltbank mit Fehlbeträgen von umgerechnet 212 bis 553 Milliarden Euro. Besonders bedrohlich sei, dass die ärmsten Länder über keinerlei Ressourcen verfügten, um die sozialen Folgen der Krise abzufangen und einen Anstieg der Armut zu verhindern. - Die genauen Zahlen will die Weltbank bei einem Krisentreffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der G-20-Staaten am kommenden Samstag präsentieren. - Nach einer Studie der Asiatischen Entwicklungsbank hat die Finanzkrise bislang weltweit Vermögenswerte im Umfang von fast 40 Billionen Euro vernichtet.

TOKIO: Ein heftiger Einbruch bei den Exporten und der Höhenflug des Yen haben Japan im Januar das erste Leistungsbilanzdefizit seit 13 Jahren beschert. Nach Angaben des Finanzministeriums in Tokio belief sich der Fehlbetrag auf umgerechnet 1,4 Milliarden Euro. Das ist das höchste Defizit seit Veröffentlichung vergleichbarer Daten im Jahre 1985. Die Exporte sanken um gut 46 Prozent, die Importe um fast 32 Prozent. Die Leistungsbilanz gibt die Differenz zwischen Einkünften aus dem Ausland und Zahlungen an das Ausland an. Außerdem stieg nach Angaben des Kreditforschungsinstituts Tokio Shoko Research den neunten Monat in Folge die Zahl der Firmenpleiten. Die Börse in Tokio reagierte prompt. Der Nikkei-Index sackte auf den tiefsten Stand seit 26 Jahren.

PEKING: China hat anlässlich des 50. Jahrestages des Aufstands in Tibet seine Grenzkontrollen um Tibet verstärkt. An den Übergängen entlang der tibetischen Grenze seien die erforderlichen Truppen stationiert worden, teilte ein ranghoher Vertreter der chinesischen Polizei mit. Es würden, so der Politkommissar wörtlich, "separatistische Sabotage-Aktivitäten der Clique des Dalai Lama erwartet". Die Volksrepublik grenzt in der Region an Indien, Nepal, Bhutan und Birma. An diesem Dienstag jährt sich zum 50. Mal der Aufstand der Tibeter gegen die chinesische Herrschaft. In Folge des Aufstands floh der Dalai Lama ins indische Exil Dharamsala. China wirft dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter vor, er strebe nach Unabhängigkeit seiner Heimat. Chinesische Truppen waren im Herbst 1950 in Tibet einmarschiert. Seitdem gilt die Himalaya-Region als Teil der Volksrepublik.

PJÖNGJANG: Aus Protest gegen das alljährliche gemeinsame Manöver Südkoreas und der USA hat Nordkorea seine Truppen in volle Kampfbereitschaft versetzt. Außerdem wurden sämtliche Kommunikationsleitungen in den Süden gekappt. Der Generalstab unterstellte den USA und Südkorea erneut, einen Angriff zu planen. Der amerikanische Befehlshaber der gemeinsamen Truppen wies dies zurück. An den Manövern nehmen in diesem Jahr 26.000 amerikanische und mehr als 30.000 südkoreanische Soldaten teil. Nordkorea hat 1,2 Millionen Soldaten unter Waffen. Die Regierung in Pjöngjang warnte zugleich vor Versuchen, einen Satelliten abzuschießen, den Nordkorea ins All befördern wolle. Ein Abschuss käme einer Kriegserklärung gleich. Die USA, Südkorea und Japan hatten vor dem Start gewarnt. Sie befürchten, dass es sich bei dem Start um den Test einer Langstreckenrakete handelt. Dies würde gegen Auflagen der Vereinten Nationen verstoßen.

BELFAST: Eine Splittergruppe der ehemaligen katholischen Untergrundorganisation Irisch-Republikanische Armee (IRA) hat sich Medienberichten zufolge zu dem Anschlag auf eine Kaserne in Nordirland bekannt. Ein Bekenneranruf der so genannten "Wahren IRA" sei bei der Zeitung "Sunday Tribune" in Dublin eingegangen, meldet die britische BBC. Bei dem ersten tödlichen Anschlag seit dem Friedensabkommen von 1998 waren am Samstag zwei britische Soldaten erschossen und vier weitere Menschen verletzt worden. Die "Wahre IRA" , die das Karfreitagsabkommen nie akzeptiert hat, wird auch für den blutigsten Anschlag im Nordirlandkonflikt verantwortlich gemacht. Dabei wurden im August 1998 in der Stadt Omagh 29 Menschen getötet und 250 verletzt. Vom Ende der 60er bis Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden mehr als 3.500 Menschen Opfer des Konflikts.

JERUSALEM: Israel hat anlässlich des jüdischen Purim-Festes die Abriegelung des Westjordanlandes angeordnet. Die Abriegelung soll bis Mittwoch dauern und Anschläge verhindern. Das Purim-Fest ist eine Art jüdischer Karneval mit Umzügen und Kostümpartys.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung reist zu einem dreitägigen Truppenbesuch nach Usbekistan und Afghanistan. Erste Station ist an diesem Montag der usbekische Luftwaffenstützpunkt Termes, der eine wichtige Nachschubbasis für die Bundeswehreinheiten in Afghanistan ist. Von Termes aus fliegt Jung weiter nach Afghanistan zu den deutschen Soldaten in Masar-i-Sharif, Feisabad und Kundus. Dabei will der Verteidigungsminister auch ein Ausbildungszentrum für afghanische Polizisten besuchen.

BERLIN: Der Kinderschutzbund rechnet infolge der Wirtschaftskrise mit einem massiven Anstieg der Kinderarmut in Deutschland. In einem Interview mit der 'Neuen Osnabrücker Zeitung' sagte der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, dies gelte umso mehr, da viele Kinder in ärmeren Stadtteilen geboren würden. Derzeit müsse man sich um ein Drittel der Kinder in Deutschland große Sorgen machen. In 20 Jahren würde bereits die Hälfte der Kinder in sozial schwachen Familien aufwachsen. Hilgers forderte, statt in Konjunkturmaßnahmen mehr Geld in die Förderung und Bildung von Kindern zu investieren.

KÖLN: Die Suche nach dem zweiten Vermissten an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs ist weiter ohne Erfolg geblieben. Die Einsatzkräfte haben sich nach Angaben der Feuerwehr bereits auf Kellerniveau vorgearbeitet, ohne den Vermissten geortet zu haben. Für den 24-jährigen Studenten gibt es kaum noch Überlebens-Chancen. Am Sonntag war die Leiche eines 17-Jährigen aus den Trümmern geborgen worden. - Beide Personen hatten sich während des Einsturzes am vergangenen Dienstag im Dachgeschoss eines Gebäudes befunden, das zusammen mit dem Historischen Stadtarchiv eingestürzt war.

KHARTUM: Der sudanesische Oppositionsführer Hassan el Turabi ist nach Angaben von Familienangehörigen wieder auf freiem Fuß. Er war vor zwei Monaten inhaftiert worden, nachdem er Präsident Omar el Baschir aufgefordert hatte, sich dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu stellen. Der Strafgerichtshof hat Haftbefehl gegen Baschir erlassen, weil dieser für Menschenrechts-Verletzungen in der Krisenregion Darfur verantwortlich gemacht wird. Baschir hat als Reaktion auf den Haftbefehl die Ausweisung internationaler Hilfsorganisationen verfügt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist wechselnd bewölkt und gelegentlich Regen-, Schnee oder Graupelschauer sowie kurze Gewitter. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen drei und acht Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 3 Grad, nach Regen;

Berlin, Dresden

und Köln/Bonn: 4 Grad, bewölkt;

Frankfurt am Main: 4 Grad, nach Schauern und

München: 2 Grad, nach Schneefall.

Audio und Video zum Thema