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Nachrichten

Montag, 9. Juli 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag

BERLIN: Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn sitzen Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertreter wieder am Verhandlungstisch. Die Tarifpartner hatten ihre Gespräche in der Nacht zum Montag nach zehn Stunden unterbrochen. Beide Seiten zeigten sich vor der neuen Runde in Berlin optimistisch. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA erwarten ein verbessertes Angebot der Bahn. Zuletzt hatte diese 3,9 Prozent mehr Geld angeboten. Das wurde von den Arbeitnehmervertretungen als unzureichend abgelehnt. Die Gewerkschaft der deutschen Lokführer, die an den Gesprächen nicht beteiligt ist, kündigte für Dienstag morgen neue Warnstreiks an. Die Lokführer fordern massive Lohnsteigerungen und einen eigenen Tarifvertrag.

BERLIN: Die SPD sieht das Klima in der großen Koalition nach den jüngsten Vorschlägen von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zur Terrorbekämpfung stark belastet. Der 'Frankfurter Rundschau' sagte SPD-Fraktionschef Peter Struck, Schäuble wolle die SPD mit seinen Äußerungen als "unsichere Kantonisten" hinstellen. Er erteilte den Plänen Schäubles eine klare Absage, in Deutschland einen Straftatbestand der Verschwörung wie etwa in den USA einzuführen. Zuvor hatte auch SPD-Chef Kurt Beck kritisiert, man dürfe "die Freiheit nicht zu Tode schützen". Bayerns Innenminister Günther Beckstein distanzierte sich ebenfalls von einigen Vorschlägen Schäubles. Zu den Überlegungen über eine gezielte Tötung von Terroristen sagte er, so etwas dürfe in der Regel nicht in Frage kommen. Ausnahmen müssten verfassungsrechtlich "sorgfältigst" geprüft werden. Beckstein warnte, dass die Maßnahmen zur Terrorbekämpfung nicht die Grundpfeiler des Grundgesetzes aushebeln dürften.

KIEL: Nach den Pannen in den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel prüft die Atomaufsicht die Zuverlässigkeit des Betreibers Vattenfall. Die dafür zuständige schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht sagte vor einem Krisentreffen zu den Pannenserien in Kiel, sie scheue keine Schritte gegen den Konzern, falls die Prüfung Mängel an den Sichheitsvorkehrungen bestätige. Notfalls werde sie Vattenfall die Betriebserlaubnis entziehen, so Trauernicht.

HAMBURG: Die Ausgaben für Langzeitarbeitslose liegen nach einem Zeitungsbericht erstmals seit dem Start der Arbeitsmarktreform 2005 im Plan. Laut 'Financial Times Deutschland' hat die Bundesregierung bis Ende Juni mit knapp 18 Milliarden Euro weniger als die Hälfte der vorgesehenen Mittel für den Bereich Hartz IV ausgegeben. In den vergangenen Jahren hatten die tatsächlich gezahlten Mittel den im Haushalt vorgesehenen Etat stets deutlich überstiegen. Verantwortlich für die positive Entwicklung sei die anhaltend gute Konjunktur, hieß es.

ISLAMABAD: Ungeachtet einer Aufforderung zur Kapitulation durch die pakistanischen Sicherheitskräfte halten sich die Besetzer der Roten Moschee weiterhin verschanzt. Augenzeugen berichten von einzelnen Schusswechseln zwischen den Besetzern und vor der Moschee aufgerückten Soldaten. Präsident Pervez Musharraf und Ministerpräsident Shaukat Aziz kamen mit Vertretern der Sicherheitskräfte zu einem Krisentreffen zusammen. Am Sonntag hatten mehrere muslimische Geistliche Musharraf aufgerufen, die Krise friedlich zu lösen. In der Moschee in der Hauptstadt Islamabad halten bewaffnete Islamisten seit sechs Tagen zahlreiche Menschen fest, darunter auch Frauen und Kinder.

BAGDAD: In der irakischen Hauptstadt sind bei zwei Bombenanschlägen vier Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben wurden mehr als 20 Personen verletzt, als die Sprengsätze kurz hintereinander in der Nähe des zentralen Busbahnhofs explodierten. Am Wochenende waren bei Anschlägen im Irak nach Schätzungen mehr als 250 Menschen getötet worden. Derweil warnen sunnitische Extremisten den Iran vor einer weiteren Unterstützung der irakischen Schiiten. Sollte die Regierung in Teheran diese Einflussnahme nicht innerhalb von zwei Monaten einstellen, drohe ihr ein Krieg, heißt es in einer Erklärung des so genannten "Islamischen Staates im Irak". Die Gruppe gilt als Dachverband mehrerer der El Kaida nahe stehender Organisationen und hatte sich bereits zu zahlreichen Morden und Anschlägen bekannt.

BISCHKEK: Russland wird nach Angaben seines Außenministers Sergej Lawrow keine UN-Resolution zum Status des Kosovo mittragen, die nicht auch von Serbiens unterstützt wird. Lawrow sagte in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek, eine andere Entscheidung werde es im Weltsicherheitsrat nicht geben. Der Sicherheitsrat will an diesem Montag über die nach Unabhängigkeit strebende Provinz beraten. Dem Gremium liegt ein Plan des UN-Vermittlers Martti Ahtisaari vor, der eine Unabhängigkeit des Kosovo unter Aufsicht der Europäischen Union vorsieht. Serbien weigert sich aber, die Kontrolle über die Provinz aufzugeben.

WIEN: Die Inspektoren der UN-Atomenergiebehörde stehen vor ihrer Rückkehr nach Nordkorea. Der Gouverneursrat der Aufsichtsbehörde stimmte ihrer Entsendung zu. Damit soll der international vereinbarte Stopp des Atomwaffenprogramms überprüft werden. Nordkorea hatte sich bereit erklärt, den Kernreaktor Yongbyon zu schließen. Im Gegenzug erhält das kommunistisch geführte Land Öllieferungen zur Deckung seines Energiebedarfs. Die Einigung war bereits im Februar erzielt worden, hatte sich seither aber immer wieder verzögert.

SAN FRANCISCO: Tausende Feuerwehrleute kämpfen in den USA gegen zahlreiche Wald- und Buschfeuer an. Insgesamt wurden mehr als 50 Großbrände gezählt, vor allem im Westen des Landes. Im Bundesstaat South Dakota kam ein Mensch ums Leben. Nach Angaben der Behörden wurden die meisten Feuer durch Blitzschläge ausgelöst. Nach einer Hitzewelle sind weite Teile des amerikanischen Westens ausgedörrt.

ZUM SPORT: Der spanische Fußball-Rekordmeister Real Madrid hat Bernd Schuster als neuen Trainer vorgestellt. Der frühere deutsche Nationalspieler wird Nachfolger des entlassenen Übungsleiters Fabio Capello. Mit Real Madrid wurde Schuster bereits als Spieler zweimal spanischer Meister.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich der Donau anhaltender Regen. Im übrigen Land wechselt sich die Sonne mit Schauern und Gewittern ab. Höchsttemperaturen bei 17 bis 22 Grad.

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