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Nachrichten

Montag, 8. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Nach monatelangen Debatten über die Ausrichtung der deutschen Sozialdemokraten ist SPD-Chef Kurt Beck überraschend zurückgetreten und hat damit ein politisches Erdbeben in seiner Partei ausgelöst. Auslöser war die vorzeitige Bekanntgabe der Nominierung von Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier zum SPD-Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl in einem Jahr. In einer Erklärung begründet Beck seinen Rücktritt mit "gezielten Falschinformationen", die seine Autorität untergraben hätten. Nachfolger Becks soll der frühere Vizekanzler Franz Müntefering werden, der die SPD bereits zwei Jahre lang führte. An diesem Montag will die Parteispitze einen Termin für einen Sonderparteitag festlegen. Bis dahin führt Steinmeier die SPD kommissarisch.

BERLIN: CDU und CSU fordern von der SPD auch nach dem Wechsel in der Führung ein klares Bekenntnis zur Fortsetzung der großen Koalition. CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder sagte im Deutschen Fernsehen, der zum Kanzlerkandidaten gekürte Außenminister Frank-Walter Steinmeier müsse nun beweisen, dass er am Erfolg des Regierungsbündnisses interessiert sei. Die direkte Konkurrenz zwischen Vizekanzler Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel bei der nächsten Wahl sei eine "schwierige Situation" für das Regierungsbündnis. Es komme nun darauf an, dass sich Steinmeier weiter als Teil der Regierung verstehe, forderte Kauder. Zudem müsse die SPD die Chance nutzen und ihr Verhältnis zur Linkspartei klären.

PARIS/ MOSKAU: Zu einer weiteren Vermittlungsmission wegen des Kaukasus-Konflikts wird der französische Staatschef und EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy an diesem Montag in Russland erwartet. Sarkozy will dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew nahelegen, den mit der EU ausgehandelten sechs-Punkte-Friedensplan vollständig umzusetzen. In Paris hieß es, Mindestziel des Treffens sei der vollständige Abzug der Russen aus georgischem Kerngebiet. Sarkozy will auch für die geplante EU-Beobachtermission im Kaukasus werben. Er wird auf seiner Reise von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Chefdiplomat Javier Solana begleitet.

HAVANNA: Hurrikan 'Ike' setzt seinen zerstörerischen Kurs durch die Karibik fort: Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Stundenkilometern traf der Wirbelsturm nun an der Ostküste Kubas auf Land. In der Hafenstadt Baracoa wurden nach Behördenangaben sieben Menschen verletzt. Rund 200 Häuser seien vollständig zerstört worden. Insgesamt wurden auf Kuba rund eine Million Menschen vor 'Ike' in Sicherheit gebracht. Auf Haiti hatte der Sturm mehr als 60 Menschen in den Tod gerissen. Unterdessen erklärte US-Präsident George W. Bush den Bundesstaat Florida zum Notstandsgebiet. Dort wird der Hurrikan am Dienstag erwartet.

WASHINGTON: Die geplante Verstaatlichung der beiden angeschlagenen US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac wird ein politisches Nachspiel haben. Der Vorsitzende des Bankenausschusses im US-Senat, Christopher Dodd, kündigte eine Anhörung zu dem Rettungsplan an. Es müsse geklärt werden, warum sich die Regierung entgegen früherer Äußerungen zu der Übernahme der beiden halbstaatlichen Baufinanzierer entschlossen habe. Dieses könnte die US-Steuerzahler nach Schätzungen von Finanzexperten bis zu 25 Milliarden Dollar kosten. Finanzminister Henry Paulson hatte die zunächst für ein Jahr geplante Übernahme damit begründet, dass ein Kollaps von Fannie Mae und Freddie Mac zu Turbulenzen auf den weltweiten Finanzmärkten führen könne. Die Börsen in Asien und Australien reagierten inzwischen mit deutlichen Kursgewinnen auf die Entscheidung Washingtons.

BANGKOK: Der Druck auf Thailands umstrittenen Ministerpräsidenten Samak Sundaravej nimmt weiter zu. Samak muss sich derzeit auch wegen des Vorwurfs, die Verfassung gebrochen zu haben, vor dem Obersten Gericht verantworten. Anlass sind Auftritte des Regierungschefs in einer Fernseh-Koch-Show. Mehrere Senatoren hatten geklagt, weil es laut der thailändischen Verfassung verboten ist, dass ein Regierungschef während seiner Amtszeit für eine private Firma arbeitet. Sollte das Gericht Samak für schuldig befinden, müsste er zurücktreten. Das Urteil wird für Dienstag erwartet. Der thailändische König Bhumibol Adulyadej ernannte den 66-jährigen Diplomaten Saroj Chavanavirat zum neuen Außenminister. Dessen Vorgänger Tej Bunnag hatte das Amt nach nur sechs Wochen aufgegeben und dies mit der derzeitigen Regierungskrise begründet.

HONGKONG: Bei den Parlamentswahlen in Hongkong haben die demokratisch orientierten Parteien trotz leichter Verluste ihr Vetorecht verteidigt. Nach amtlichen Angaben gewannen die pro-demokratischen Kräfte 23 der insgesamt 60 Sitze in der Gesetzgebenden Versammlung der chinesischen Sonderverwaltungszone. Die Veto-Schwelle liegt bei 21 Sitzen. In Hongkong gilt kein allgemeines Wahlrecht, nur die Hälfte der Gesetzgebenden Versammlung wird direkt gewählt. Die anderen 30 Sitze werden von Interessengruppen bestimmt, die größtenteils Peking-treu sind. Die Wahlbeteiligung lag mit gut 45 Prozent rund zehn Prozentpunkte niedriger als bei der letzten Abstimmung 2004.

ISLAMABAD: Durch neue Gewalt im Nordwesten Pakistans sind zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Mindestens zehn Aufständische starben nach Militärangaben bei Gefechten im Bezirk Kabal im Swat-Tal. Die Armee habe keine Verluste erlitten. Im Stammesgebiet Nord-Waziristan wurden bei einem mutmaßlichen Raketenangriff von US-Einheiten mindestens sechs Menschen getötet und rund 15 verletzt, wie ein pakistanischer Sicherheitsbeamter mitteilte. Die pakistanischen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan sind wichtige Rückzugsgebiete für islamistische Kämpfer der Taliban und des Terror-Netzwerks El Kaida.

LOS ANGELES: Bei der Verleihung der MTV-Videomusikpreise ist die deutsche Teenie-Band Tokio Hotel zur besten Nachwuchsband des Jahres gekürt worden. Gewinnerin des Abends war die Pop-Sängerin Britney Spears, die in drei Kategorien siegte, darunter auch in der Kategorie "Video des Jahres". Die in der Branche begehrten Preise wurden zum 25. Mal verliehen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Fast überall freundlich, nur im Nordwesten und an der Ostsee örtlich Schauer. Höchstwerte 17 bis 23 Grad.

Am Morgen meldeten bei mehr oder weniger starker Bewölkung:

Hamburg: 15°;

Berlin: 15°;

Dresden: 15°;

Köln/Bonn: 14°;

Frankfurt am Main: 14° und

München: 14°.

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