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Nachrichten

Montag, 8. Januar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag.

TÜBINGEN: Nach den Misshandlungsvorwürfen des ehemaligen Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz ermittelt die Staatsanwaltschaft Tübingen gegen zwei Soldaten des Bundeswehr-Kommandos Spezialkräfte. Die Beschuldigten seien über die Vorwürfe informiert worden, teilte die Behörde mit. Die drohende Verjährung des Verfahrens sei damit abgewendet. Kurnaz hatte ausgesagt, ein Soldat habe ihm im Januar 2002 in einem Gefangenenlager in Afghanistan den Kopf auf den Boden geschlagen. Bei den Misshandlungen sei ein zweiter Soldat anwesend gewesen.

HAMBURG: Vor dem Hamburger Oberlandesgericht ist der dritte Prozess gegen den Terrorhelfer Mounir el Motassadeq fortgesetzt werden. Der Vorsitzende Richter hatte am Freitag zum Prozessauftakt angekündigt, dass das Urteil womöglich schon an diesem Montag gesprochen werde. Der Marokkaner, der bereits zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, muss nach einem Schuldspruch des Bundesgerichtshofes mit einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren rechnen. Der Gerichtshof sah es als erwiesen an, dass Motassadeq die Todespiloten vom 11. September 2001 organisatorisch unterstützt und sich damit der Beihilfe zum Mord in 246 Fällen schuldig gemacht hat. Der Angeklagte beteuerte am Freitag, von den Plänen für die Anschläge nichts gewusst zu haben.

FRANKFURT AM MAIN: Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Flugsicherung ist ein Streik der Fluglotsen vorerst abgewendet. Nachdem die Lotsen Streiks auf mehreren Flughäfen angedroht hatten, leitete die Flugsicherung die Tarifschlichtung ein. Währenddessen gilt eine Friedenspflicht; Streiks sind verboten. Als Schlichterin wirde die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) bestellt. In dem Tarifstreit geht es neben höheren Einkommen vor allem um das Vergütungssystem. Ein Streik der Fluglotsen in Deutschland hätte nach Einschätzung von Experten den Flugverkehr europaweit weitgehend lahm gelegt.

MÜNCHEN: Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber hat angesichts wachsender Kritik an seiner Person seinen Führungsanspruch bekräftigt. In der 'Bild'-Zeitung bezog Stoiber diesen Anspruch ausdrücklich auf sein Regierungsamt und den CSU-Vorsitz. Seiner partei-internen Kritikerin, der Fürther Landrätin Gabriele Pauli, bot er ein Gespräch an. Pauli rief Stoiber im deutschen Fernsehen abermals auf, sich aus der Politik zu verabschieden. Die Debatte um eine neuerliche Spitzenkandidatur Stoibers bei der Landtagswahl 2008 dürfte ein Hauptthema der traditionellen Winterklausur der CSU in Wildbad Kreuth sein, die an diesem Montag beginnt.

BERLIN: Die Große Koalition hat bekräftigt, die Gesundheitsreform ungeachtet anhaltender Auseinandersetzungen pünktlich zum 1. April in Kraft zu setzen. Das versicherten Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Kurt Beck übereinstimmend. Beck sagte im Zweiten Deutschen Fernsehen, er lehne Nachbesserungen ab. Die SPD stehe zu den gefunden Kompromissen und das gleiche erwarte er auch von der Union.

ROM: Der Vatikan hat den Rücktritt des neuen Erzbischofs von Warschau, Stanislaw Wielgus, begrüßt. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte, Papst Benedikt der Sechzehnte habe den Rücktritt angenommen. Das Verhalten von Wielgus während der Jahre des kommunistischen Regimes in Polen habe sein Ansehen schwer beschädigt, fügte er hinzu. Wielgus hatte zuvor einräumen müssen, Kontakte zum kommunistischen Geheimdienst unterhalten zu haben. Er trat am Sonntag von seinem Bischofsamt zurück, dass er erst am Freitag übernommen hatte.

BAGDAD: Die US-Kampftruppen im Irak benötigen nach Einschätzung des neuen Befehlshabers Raymond Odierno noch zwei bis drei Jahre, um ihre Ziele zu erreichen. Im Irak seien Zeit und Geduld notwendig, betonte der amerikanische Generalleutnant. Der Auftrag bestehe darin, den Aufstand niederzuschlagen und die irakischen Sicherheitskräfte auszubilden. US-Präsident George W. Bush hatte angekündigt, er werde in dieser Woche seine neue Irak-Strategie vorstellen. Nach Informationen der Zeitung 'New York Times' will Bush bis zu 20.000 weitere US-Soldaten in den Irak entsenden.

MOGADISCHU: In Somalia wächst der Widerstand gegen die Präsenz äthiopischer Truppen in dem Land. Bewaffnete Kämpfer griffen in der Nähe des Flughafens Mogadischu äthiopische Soldaten an, die die somalische Übergangsregierung unterstützen. Augenzeugen berichteten von mindestens einem Todesopfer. In den vergangenen Tagen gab es zudem mehrere Demonstrationen, auf denen der Rückzug der äthiopischen Einheiten gefordert wurde. Die mit den somalischen Regierungstruppen verbündeten Äthiopier hatten vergangene Woche die islamistischen Milizen aus Mogadischu vertrieben.

DHAKA: In Bangladesch ist es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und tausenden Oppositionsanhängern gekommen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Gummigeschosse gegen steinewerfende Demonstranten ein. Etliche von ihnen wurden in Polizeigewahrsam genommen. Der Protest der Opposition richtet sich gegen die bevorstehende Parlamentswahl, bei der nach ihrer Ansicht Kandidaten der Regierungspartei bevorzugt werden sollen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Westen aufziehender Regen. Später auflockernde Wolken mit sonnigen Abschnitten. Höchstwerte sechs bis zwölf Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 8°, Regen;
Berlin: 6°, leicht bewölkt;
Dresden: 5°, wolkig;
Köln/Bonn: 9°, Regen;
Frankfurt am Main: 8°, Regen und
München: 4°, leicht bewölkt.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 08.01.2007
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  • Datum 08.01.2007
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