1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Montag, 8. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ATHEN: Der Tod eines Jugendlichen durch Polizeischüsse hat in Griechenland die schwersten Ausschreitungen seit 1991 ausgelöst. In Athen und Saloniki lieferten sich vermummte Demonstranten der Autonomen-Szene und Polizisten noch bis in die Nacht zum Montag Straßenschlachten. Allein in der Hauptstadt gingen mehr als 30 Geschäftshäuser und ein Dutzend Bankfilialen in Flammen auf. Innenminister Prokopis Pavlopoulos und sein Stellvertreter boten ihren Rücktritt an. Auslöser der Unruhen war der Tod eines 15-Jährigen durch Schüsse aus einer Polizeipistole. Der genaue Hergang ist umstritten. Zwei beteiligte Beamte sind in Untersuchungshaft. In fünf Städten wurden weitere Proteste angekündigt.

LONDON: Zu Gesprächen über die globale Finanzkrise empfängt der britische Premierminister Gordon Brown an diesem Montag den französischen Staatschef und EU-Ratspräsidenten Nicolas Sarkozy und den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso. An einer erweiterten Runde in London sollen zudem etwa 50 führende Unternehmer und Wirtschaftsexperten teilnehmen. Das Treffen dient der Vorbereitung auf den EU-Gipfel diese Woche in Brüssel. Es wurde aber auch als Affront gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel gewertet, die nicht eingeladen ist. Ihr wird eine zu zögerliche Haltung angesichts der Krise vorgeworfen. -- Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen am Donnerstag und Freitag in Brüssel europäische Konjunkturmaßnahmen und ein Klimapaket beschließen.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich am kommenden Sonntag bei einem Treffen mit einer hochrangigen Expertenrunde ein Gesamtbild der Wirtschaftskrise verschaffen. Dies kündigte die Kanzlerin in der 'BILD'-Zeitung an. Unterdessen hat sich der Chefvolkswirt der UN-Welthandelskonferenz, Heiner Flassbeck, Forderungen nach einem weiteren und umfassenden Konjunkturprogramm auch für Deutschland angeschlossen. In der 'tageszeitung' warf Flassbeck der deutschen Politik vor, die Dimensionen der Rezession noch nicht begriffen zu haben. Der deutsche Städte- und Gemeindebund verlangte zur Bewältigung der Wirtschaftskrise mehr Geld für die Kommunen von Bund und Ländern.

ISLAMABAD: Pakistanische Soldaten sollen bei einem Schlag gegen die mutmaßlichen Drahtzieher der Terrorangriffe von Bombay nach unbestätigten Angaben mindestens 15 Verdächtige festgenommen haben. Einer davon solle als hoher Funktionär die Planungen geleitet haben, hieß es von Seiten einer der extremistischen Lashkar-e-Taiba nahestehenden Gruppierung. Sicherheitskräfte hatten bei Muzaffarabad in der Region Kaschmir ein Lager der Gruppierung Jammat-ud-Dawa ausgehoben, das von Kämpfern der Lashkar-e-Taiba benutzt wird. --- Bei dem bereits dritten Angriff von Aufständischen auf ein Nachschub-Terminal der NATO für Afghanistan nahe Peschawar wurden diesmal etwa 100 Fahrzeuge zerstört. Die Taliban hatten gedroht, die Transporte über den Kyber-Pass zu unterbrechen.

KABUL: Die aufständischen Taliban sind nach einem Expertenbericht mittlerweile in fast drei Viertel Afghanistans militärisch präsent und verstärken ihre Angriffe auch im langezeit als eher ruhig geltenden Norden des Landes. Der "International Council on Security and Development" -ICOS- kommt zudem zu der Einschätzung, dass die Taliban-Milizen und ihre Verbündeten die "Schlinge um Kabul" immer enger zögen. Von ihren Stützpunkten aus griffen sie immer häufiger in der Hauptstadt selbst an, so die auf Sicherheitsfragen spezialisierte Nichtregierungsorganisation. Ein Nato-Sprecher wies die Zahlen als "unglaubwürdig" zurück und erklärte, vor allem von einer militärischen "Kontrolle" der Rebellen in ganzen Regionen könne keine Rede sein. --- Der flüchtige Taliban-Führer Mullah Omar wies Appelle von Präsident Hamid Karsai für Friedensgespräche zurück und drohte eine neue Offensive an.

DUBLIN: Mit Dioxin belastetes Schweinefleisch aus Irland ist vermutlich in 20 bis 25 Länder exportiert worden. Das teilte die Veterinärbehörde in Dublin mit. Verseuchte Fleischprodukte wurden bisher in Frankreich, den Niederlanden und Belgien gefunden. Das Bundesverbraucherministerium erklärte, es sei unklar, ob und wie viel irisches Fleisch nach Deutschland gelangt sei. Der Handel wurde aufgefordert, alle irischen Schweinefleischprodukte vom Markt zum nehmen. Irland hatte am Samstag den Rückruf aller im Inland hergestellten Lebensmittel aus Schweinefleisch angeordnet. Zuvor hatten Laboruntersuchungen einen bis zu 200-fach erhöhten Dioxin-Wert nachgewiesen. Der krebsauslösende Stoff stammt vermutlich aus einer verseuchten Futtermischung, die an zehn Höfe in Irland und neun weitere in Nordirland geliefert worden war.

BRÜSSEL/ NAIROBI: Der Außenbeauftragte der Europäischen Union, Javier Solana, hat verstärkten Druck auf den simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe gefordert. Die Zeit sei gekommen, Mugabe zum Rücktritt zu zwingen, sagte Solana vor einem EU-Außenministertreffen in Brüssel. Kenias Premierminister Raila Odinga sprach sich für die Entsendung von Truppen der Afrikanischen Union (AU) nach Simbabwe aus und verlangte einen afrikanischen Sondergipfel. Die "mörderische Herrschaft Mugabes" müsse beendet werden, wurde Odinga zitiert.

PEKING: Aus Protest gegen das jüngste Treffen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy mit dem Dalai Lama hat China den französischen Botschafter in Peking einbestellt. Dem Diplomaten sei eine scharfe Rüge übermittelt worden, teilte das Außenministerium in Peking mit. Vize-Außenminister He Yafei sagte im Fernsehen, Frankreich müsse konkrete Schritte unternehmen, um seine Fehler in der Tibet-Frage gutzumachen. KP-Zeitungen und die englischsprachige "China Daily" nannten Sarkozy "arrogant" und sprachen von einer "feindseligen Provokation". - Sarkozy hatte am Samstag im polnischen Danzig das geistliche Oberhaupt der Tibeter ungeachtet chinesischer Einwände getroffen. Nach dem halbstündigen Treffen sagte der EU-Ratspräsident, Europa teile die Sorge des Dalai Lama über die Situation in Tibet.

PEKING: Im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm hat in Peking eine neue Runde der Sechs-Länder-Gespräche begonnen. Bei den ersten derartigen Gesprächen nach fünfmonatiger Pause soll es vor allem darum gehen, wie die Angaben Nordkoreas in den Konflikt von unabhängiger Seite überprüft werden können. 2007 hatten die sechs Staaten - Nordkorea, Südkorea, China, Japan, Russland und die USA - den Abbau der Atomanlagen vereinbart. Als Gegenleistung sollte das kommunistische Land unter anderem Heizöllieferungen erhalten. Die Umsetzung des Abkommens gerät jedoch immer wieder ins Stocken.

BANGKOK: In Thailand erhebt die größte Oppositionspartei Anspruch auf die Regierungsübernahme. Die Demokatische Partei beantragte eine Parlamentssitzung, bei der ihr Führer Abhisit Vejjajiva zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden soll. Sie verkündete, vier der kleineren Koalitionspartner der früheren Regierung seien nun doch zu ihr übergelaufen. Die Opposition verfüge jetzt über rund 260 der 447 Sitze im Parlament. -- Der 44jährige Vejjajiva, ein früherer Universitätsprofessor, wäre der dritte Ministerpräsident Thailands binnen weniger Monate.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist stark bewölkt oder nebelig, nur im Süden etwas Sonne. Höchstwerte zwischen null und sieben Grad.


AM MORGEN MELDETEN:


Berlin und Hamburg: 4 Grad, bedeckt;

Dresden: 3 Grad, stark bewölkt;

Köln/Bonn: 0 Grad, bewölkt;

Frankfurt am Main: minus zwei Grad, Nebel und

München: 0 Grad, stark bewölkt.

Audio und Video zum Thema