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Nachrichten

Montag, 7. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Hauptstadt sind nach offiziellen Angaben mehr als 40 Menschen getötet und etwa 140 verletzt worden. Wie das Innenministerium in Kabul mitteilte, sprengte sich der Attentäter vor der indischen Botschaft im Stadtzentrum mit seinem Auto in die Luft. Unter den Opfern sollen auch Angehörige der Botschaft sein. Die indische Regierung pflegt gute Beziehungen zu Afghanistan und finanziert zahlreiche Infrastrukturprojekte. Kabul war seit Monaten von Anschlägen der Taliban verschont geblieben. Am Sonntag waren bei einem Anschlag im Norden des Landes zwei deutsche Polizisten verletzt worden.

TOKIO: Mit Beratungen über die Afrikapolitik hat der G-8-Gipfel in Japan begonnen. Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands trafen mit Vertretern mehrerer afrikanischer Staaten und der Afrikanischen Union zusammen, um über die Folgen der massiv gestiegenen Nahrungsmittelpreise für die armen Länder zu sprechen. Kurz vor Beginn des Gipfels auf der nordjapanischen Insel Hokkaido hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zu stärkeren Anstrengungen gegen die Nahrungsmittelkrise aufgerufen. Sie schickte ihren G-8-Kollegen ein Schreiben, in dem sie vor einem Kollaps von Staaten infolge der hohen Preise warnte. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kündigte an, die Europäische Union wolle afrikanischen Bauern ungenutzte Agrarsubventionen in Höhe von einer Milliarde Euro zur Verfügung stellen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy forderte die Aufhebung von Exportbeschränkungen und den Zugang bedürftiger Länder zu Nahrungsüberschüssen der reichen Staaten.

TOKIO: Die Differenzen zwischen den USA und Russland über das geplante Raketenabwehrsystem in Polen und Tschechien bleiben bestehen. Bei dem Thema gebe es 'keine realen Fortschritte', hieß es nach einem Treffen zwischen US-Präsident George W. Bush und dem neuen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew vor dem G-8-Gipfel in Japan. Medwedew sei ernsthaft beunruhigt über Medienberichte, wonach die USA auch mit Litauen über die Stationierung von Abwehrraketen verhandelten, teilte sein außenpolitischer Berater Sergej Prichodko mit. Dies sei für Moskau 'absolut unannehmbar'. Es war das erste Treffen Bushs mit Medwedew seit dessen Amtsantritt.

JERUSALEM: Der geplante Gefangenenaustausch zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah rückt offenbar näher. Laut Medienberichten sollen im Lauf des Tages die Leichen von 190 Hisbollah-Milizionären auf dem Amiad-Friedhof für feindliche Kämpfer im Norden Israels exhumiert werden. Die israelische Regierung und die Hisbollah hatten Ende Juni einem unter deutscher Vermittlung ausgehandelten Austausch zugestimmt. Danach soll die Hisbollah die Leichen von zwei verschleppten israelischen Soldaten übergeben. Israel soll im Gegenzug fünf inhaftierte Hisbollah-Kämpfer freilassen und die Leichen weiterer Kämpfer übergeben. Die Entführung der beiden israelischen Soldaten hatte im Sommer 2006 den 34 Tage dauernden Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ausgelöst.

PEKING: Einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking hat China nach Ansicht von Menschenrechtlern sein Versprechen noch nicht eingelöst, mehr Pressefreiheit zu gewähren. In einigen Bereichen hätten sich die Arbeitsbedingungen für Journalisten sogar verschlechtert, heißt es in einem in Hongkong vorgestellten Bericht der Organisation Human Rights Watch. Seit den Unruhen im März sei vor allem eine uneingeschränkte Berichterstattung aus Tibet noch weniger möglich als zuvor. Das rund 70-seitige Dokument trägt den Titel 'Chinas verbotene Zonen'. Als solche bezeichnet Human Rights Watch geografische Regionen oder Themen, die von der Regierung als 'sensibel' angesehen werden. Dazu gehörten zum Beispiel Interviews mit bekannten Regimekritikern oder Berichte über Proteste und lokale Missstände.

BERLIN: Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für die schlechte Stimmung in der großen Koalition verantwortlich gemacht. In einem Interview der 'Bild'-Zeitung warf Beck der CDU-Chefin vor, den Sozialdemokraten keinerlei Erfolg zu gönnen. Merkel und die CDU verhielten sich so, als seien sie allein in der Regierung. Hinzu komme, dass gemeinsam gefasste Beschlüsse hinterher von CDU oder CSU wieder in Frage gestellt würden. Als Beispiele nannte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident den Gesundheitsfonds und den Mindestlohn.

BERLIN: Die große Koalition will die Freizügigkeit für unqualifizierte Arbeiter aus den neuen osteuropäischen EU-Staaten um weitere zwei Jahre auf 2011 verschieben. Im Gegenzug solle der Zugang qualifizierter Fachkräfte zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert werden, sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl, dem 'Kölner Stadt-Anzeiger'. So sei geplant, geduldeten Akademikern und Facharbeitern aus den östlichen EU-Ländern bereits dann eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis zu gewähren, wenn sie zwei Jahre lang in Deutschland in ihrem erlernten Beruf gearbeitet hätten. Auch solle die Verdienstgrenze, von der an sich ausländische Spezialisten nicht mehr einer Prüfung durch die Bundesagentur für Arbeit unterziehen müssen, von gut 86.000 auf 63.600 Euro gesenkt werden.

WIESBADEN: An den deutschen Hochschulen lehren und forschen immer mehr Frauen. Mit rund 6.100 Lehrstuhlinhaberinnen sei Ende vergangenen Jahres ein neuer Höchststand erreicht worden, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Damit stieg der Anteil der Professorinnen seit 1997 von neun auf mehr als 16 Prozent. Am höchsten ist er in den Sprach-, Kultur- und Kunstwissenschaften. Deutlich unterrepräsentiert sind Professorinnen dagegen in der Mathematik sowie in den Natur- und Ingenieurwissenschaften.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Bei wechselnder Bewölkung immer wieder Regen. An der Nordsee und im Südosten Bayerns eher kühl mit Werten zwischen 16 und 19 Grad, sonst Tagestemperaturen bis 25 Grad.

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