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Nachrichten

Montag, 7. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HANNOVER: Mit scharfen Attacken gegen den Koalitionspartner hat die SPD-Spitze ihre Strategieklausur fortgesetzt. Forderungen der CDU nach einem verschärften Jugendstrafrecht erteilte SPD-Chef Kurt Beck abermals eine klare Absage und sprach von Rechtspopulismus kurz vor der Landtagswahl in Hessen. Statt dessen verlangen die Sozialdemokraten eine bessere und zügigere Anwendung bestehender Gesetze. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries sagte in einem Fernsehinterview, bei Jugendlichen sei es besonders wichtig, dass die Strafe nach einem Verbrechen schnell erfolge. Zudem unterstützt die SPD Forderungen der Gewerkschaften nach spürbaren Lohn- und Gehaltserhöhungen bei den kommenden Tarifrunden. Der Aufschwung müsse jetzt bei allen Bürgern ankommen, heißt es in einem Positionspapier.

KÖLN: Vor neuen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst zeigt sich der Deutsche Beamtenbund kampfbereit. Man strebe zwar keine Streiks an, sei aber darauf vorbereitet, kündigte Gewerkschaftschef Peter Heesen im deutschen Fernsehen an. Zugleich verteidigte er die Forderung nach acht Prozent mehr Gehalt. Nach vier Jahren Verzicht bräuchten die Beschäftigten mehr Geld, auch um die Kaufkraft zu stützen, sagte Heesen vor Beginn der traditionellen Tagung des Beamtenbunds in Köln. Die deutsche Wirtschaft warnte, hohe Lohnforderungen könnten zu einem Ende des Konjunkturaufschwungs führen.

TIFLIS: In Georgien sieht die Wahlkommission den bisherigen Präsidenten Michail Saakaschwili als Sieger der vorgezogenen Wahl vom Samstag. Obwohl erst zwei Drittel der etwa 3.500 Wahllokale ausgezählt seien, liege Saakaschwili mit 51,7 Prozent der Stimmen vorne. Sein stärkster Mitbewerber, der Oppositionspolitiker Lewan Gatschetschiladse, lag zuletzt bei rund 25,3 Prozent. Die Zustellung der Wahlprotokolle verzögert sich wegen eines Schneechaos sowie wegen des orthodoxen Weihnachtsfestes an diesem Montag. Die Opposition will das Ergebnis trotz Angaben internationaler Beobachter, dass die Wahl weitgehend frei und fair verlief, nicht anerkennen.

DEN HAAG: Vor dem ins niederländische Den Haag verlegten Sondergericht für Sierra Leone ist der Prozess gegen den früheren liberianischen Präsidenten Charles Taylor nach sechsmonatiger Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Es werden die ersten von insgesamt 144 Zeugen befragt. Taylor werden unter anderem Mord, Vergewaltigung und die Rekrutierung von Kindersoldaten vorgeworfen. Er soll die Rebellen im Nachbarland Sierra Leone während des Bürgerkriegs in den Jahren 1991 bis 2002 im Tausch für Diamanten mit Waffen versorgt haben. Taylor bestreitet die Vorwürfe. Er wurde 2003 von den Rebellen im eigenen Land gestürzt und ins Exil gezwungen. Aus Sicherheitsgründen findet der Prozess nicht in Sierra Leone sondern in Den Haag statt.

NAIROBI: Kenias Regierung hat an die Opposition appelliert, für Dienstag geplante neue Proteste gegen die umstrittene Präsidentschaftswahl abzusagen. Damit würden nur zusätzliche Spannungen und weitere Gewaltausbrüche geschürt, heißt es in einer Erklärung. Derweil traf sich die US-Gesandte Jendayi Frazer nochmals mit Oppositionschef Raila Odinga. Dieser hatte sich zuvor grundsätzlich bereit erklärt, an einer gemeinsam von seiner Partei und der Partei von Präsident Mwai Kibaki gebildeten Übergangsregierung mitzuwirken. Diese solle dann unter internationaler Vermittlung innerhalb von drei Monaten eine Wiederholung der Wahl vom Dezember vorbereiten.

PEKING: 57 chinesische Intellektuelle haben in einem offenen Brief die Regierung des Landes zur Freilassung des Bürgerrechtlers Hu Jia aufgefordert. Dieser habe sich mit seinen Äußerungen und seinen Aktionen nur im verfassungsmäßigen Rahmen bewegt, zitiert eine chinesische Menschenrechtsgruppe aus dem Brief. Hu war Ende Dezember festgenommen worden, einen Monat nach einer Anhörung des Europaparlaments über die Menschenrechtslage in China. Er war über Webcam und Internet aus seiner Pekinger Wohnung zu der Anhörung zugeschaltet worden und hatte scharfe Kritik an der Menschenrechtslage und den Olympia-Organisatoren geübt. Vergangene Woche hatte sich auch der Präsident des Europa-Parlaments, Hans-Gert Pöttering, für die Freilassung des 34-Jährigen eingesetzt.

SEOUL: Südkoreas scheidender Präsident Roh Moo-Hyun lässt Korruptionsvorwürfe gegen seinen gewählten Nachfolger Lee Myung-Bak überprüfen. Er beauftragte einen früheren Richter damit, innerhalb von 47 Tagen einen entsprechenden Bericht vorzulegen. Lee soll in einen Aktienskandal im Jahr 2001 verwickelt sein. Er hatte die Präsidentschaftswahl Mitte Dezember haushoch gewonnen und soll sein Amt am 25. Februar antreten.

WASHINGTON: Die US-Regierung hat gelassen auf die Drohung des Terrornetzwerks El Kaida mit Bombenanschlägen während der Nahost-Reise von Präsident George W. Bush reagiert. Bushs Besuch solle den Menschen eine Ideologie der Hoffnung bieten, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Die El Kaida biete dagegen nichts als Tod und Gewalt. Ein amerikanischer El-Kaida-Anhänger hatte in einer Internet-Botschaft dazu aufgerufen, während der Nahost-Reise Anschläge auf den US-Präsidenten zu verüben. Bush startet am Mittwoch mit einem Besuch in Israel. Von dort wird er ins Westjordanland reisen. Die weiteren Stationen sind dann Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Ägypten.

NEAPEL: Die italienischen Behörden haben Soldaten in die von der Müllkrise betroffenen Städte im Süden des Landes geschickt, um den Unrat abzutransportieren. Besonderes Augenmerk galt dabei den Schulen, da die Direktoren angekündigt hatten, die Weihnachtsferien aus hygienischen Gründen zu verlängern. In Neapel kam es wegen der Wiedereröffnung einer stillgelegten Mülldeponie erneut zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei. An diesem Montag will sich das Kabinett auf einer Sondersitzung mit dem Problem der Müllbeseitigung in Neapel und der gesamten Region befassen. Dort sammelten sich seit Jahresanfang mehr als 100.000 Tonnen Abfall. Der erste Müllofen soll erst Ende des Jahres gebaut werden. Die vorhandenen Deponien sind überlastet oder voll.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bis stark bewölkt, zeitweise mit Regen oder Schneeregen. Die Temperaturen liegen zwischen einem und zehn Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 2°, Regen;

Berlin: 0°, wolkig;

Dresden: 1°, leicht bewölkt;

Köln/Bonn: 5°, stark bewölkt;

Frankfurt am Main: 3°, nach Regen und

München: 4°, leichter Regen.

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