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Nachrichten

Montag, 7. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

FRANKFURT AM MAIN: Ein in der deutschen Rechtsgeschichte bislang einmaliges Verfahren hat mit dem Mammut-Prozess um den dritten Börsengang der Telekom vor dem Oberlandesgericht Frankfurt begonnen. Mehr als 16.000 Anleger fordern Schadenersatz für ihre Kursverluste. Sie fühlen sich getäuscht, weil die Telekom ihrer Meinung nach in den Prospekten zu den Börsengängen von 1999 und 2000 falsche oder unvollständige Angaben gemacht hat, unter anderem zum Wert ihrer Immobilien. Der Konzern weist dies zurück. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger hat sich wegen der erwarteten Dauer des Verfahrens skeptisch zu Erfolgsaussichten der Muster-Klagen geäußert. Klägern aus den USA hatte das Unternehmen 2005 einen Vergleich angeboten.

PEKING: Angesichts mehrerer Zwischenfälle während des Fackellaufs durch London hat der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Jacques Rogge, eine Lösung des Tibet-Konflikts gefordert. Das IOC appelliere für eine rasche und friedliche Lösung der Krise in Tibet, die eine Protestwelle in der Welt ausgelöst habe, sagte Rogge bei einem Treffen mit Vertretern des nationalen Olympischen Komitees in Peking. Gewalt sei nicht mit den Werten des Olympischen Feuers oder der Olympischen Spiele vereinbar. In London hatten Tibet-Aktivisten am Sonntag mehrfach versucht, den Läufern die Flamme zu entreißen und sie zu löschen. Demonstranten entlang des Parcours riefen "Freies Tibet". Inzwischen hat das Olympische Feuer die französische Hauptstadt Paris erreicht.

HARARE: Im Machtkampf in Simbabwe erwarten die Oppositionsparteien an diesem Montag eine wichtige Vorentscheidung. Neun Tage nach der Wahl will das Oberste Gericht seinen Beschluss über einen Antrag der Opposition auf sofortige Veröffentlichung der Ergebnisse aus der Präsidentenwahl bekanntgeben. Das kündigten Richter Tendai Uchena und Anwälte der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) an. Die Partei ZANU-PF des autokratischen Staatschefs Robert Mugabe hatte eine Neuauszählung der Stimmen verlangt. - Oppositionsführer Morgan Tsvangirai beschuldigte den 84jährigen ehemaligen Rebellenführer Mugabe, einen "Krieg gegen das eigene Volk" vorzubereiten. Am Wochenende waren erstmals wieder Farmen besetzt worden. --- In einem Beitrag für die Zeitung "Guardian" schreibt Tsvangirai, Simbabwe stehe "auf des Messers Schneide". Er forderte den Internationalen Währungsfonds (IWF) auf, die Entwicklungshilfe zurückzuhalten, bis Mugabe zurückgetreten sei.

KAIRO: In Ägypten ist es bei landesweiten Protesten gegen steigende Preise und niedrige Löhne zu massiven Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen. Rund 150 Menschen wurden nach offiziellen Angaben festgenommen, darunter prominente Gewerkschafter. In der nordägyptischen Industriestadt Mahalla el Kobra, wo sich die größte Textilfabrik des Landes befindet, schleuderten 2.000 Demonstranten Ziegelsteine auf Polizisten, die mit Tränengas gegen die Angreifer vorging. Öffentliche Gebäude und Geschäfte wurden in Brand gesteckt. Die Regierung hatte vor einem Generalstreik oder Demonstrationen am Sonntag gewarnt. Dennoch blieben tausende Ägypter der Arbeit fern. Der Streik war ein Versuch von Oppositionsgruppen, zwei Tage vor Kommunalwahlen dem wachsenden Unmut über Inflation und sich verschlechternde Arbeitsbedingungen Ausdruck zu verleihen.

PODGORICA: Bei der ersten Präsidentenwahl seit der Unabhängigkeit Montenegros von Serbien ist Amtsinhaber Filip Vujanovic laut Hochrechnungen gleich im ersten Wahlgang bestätigt worden. Auch unabhängige Wahlbeobachter sehen ihn nach den vorliegenden Auszählungsergebnissen bei über 52 Prozent der Stimmen. Vujanovic, der für eine stärkere Anbindung des kleinen Balkanstaats an die Europäische Union und die NATO eintritt, erklärte sich auf einer Parteikundgebung bereits zum Wahlsieger. --- Der pro-serbische Kandidat Andrija Mandic dürfte mit rund 20, der liberale Bewerber Nebojsa Medojevic mit etwa 17 Prozent weit abgeschlagen sein. Die Abstimmung galt auch als Richtungsentscheidung für den weiteren Kurs gegenüber Belgrad. Etwa ein Drittel der etwa 650.000 Bürger ist serbischer Herkunft.

WASHINGTON: Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton muss sich für ihren Wahlkampf einen neuen Chefstrategen suchen. Ihr bisheriger Wahlkampfmanager Mark Penn gab den Posten auf. Grund für seine Entscheidung seien "die Ereignisse der vergangenen Tage", verlautete aus dem Wahlkampfteam. In der letzten Woche war bekannt geworden, dass sich Penns PR-Firma für die kolumbianische Regierung für ein Freihandelsabkommen zwischen Bogota und Washington einsetzt. Clinton lehnt solch ein Abkommen strikt ab. Den Angaben zufolge soll Penns Firma der früheren First Lady weiterhin beratend zur Seite stehen.

DÜSSELDORF: Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul drängt innerhalb der Bundesregierung darauf, die deutsche Entwicklungshilfe zu erhöhen. Die zuletzt international spürbare Anerkennung für die gestiegenen deutschen Leistungen im Ausland dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden, sagte sie dem 'Handelsblatt'. Weltweit waren die Ausgaben für Entwicklungshilfe im vergangenen Jahr gesunken. Für den Haushalt 2009 befürchtet Wieczorek-Zeul ebenfalls Kürzungen im eigenen Ressort.

MÜNCHEN: Die Supermarktkette Aldi könnte einem Pressebericht zufolge in den Sog der Affären um verdeckte Einflussnahmen auf Arbeitnehmer-Organisationen und die Tätigkeit von Betriebsräten geraten. Wie Siemens unterstützte Aldi Nord nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" jahrelang heimlich die arbeitgeberfreundliche Betriebsräte-Organisation AUB. Offenbar sei es darum gegangen, ein Gegengewicht zur Gewerkschaft Verdi zu schaffen. Aldi habe über eine Anwaltskanzlei verdeckte Zahlungen an den damaligen AUB-Chef Wilhelm Schelsky geleistet, der wegen Zuwendungen durch Siemens in Millionenhöhe in Untersuchungshaft sitzt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet Schauer, teils mit Graupel oder Schnee. Freundliche Abschnitte im Nordwesten und im Süden. Die Höchstwerte erreichen drei bis zehn Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: minus 1 Grad, wolkig;

Berlin: 0 Grad, neblig;

Dresden: 2 Grad, stark bewölkt;

Köln/Bonn: 1 Grad, regnerisch;

Frankfurt am Main: 2 Grad, regnerisch und

München: 2 Grad, bedeckt;

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